Auswärtskampf gegen Neuharlingersiel, 20.10.2019

Ein Dämpfer zur rechten Zeit

Auf in den Kampf: Sven Frerichs, Phillipp und Roland Harms, Jens Feldmann (verdeckt), Christian Smid und Lena Mudder schworen sich auf Wettkampf Nummer 3 ein (v.l.).

23.10.2019

 

Nach zwei souveränen Siegen gegen Willen und Müggenkrug reiste Lütje Holt tatsächlich als Tabellenführer mit 17:0 Schöts im Gepäck an die Küste. Im Vorjahr hatte es dort ein Unentschieden gegeben und aufgrund des ansprechenden Saisonstarts rechneten sich das Team um Mannschaftsführer Steffen Lengert Chancen auf mindestens einen Punkt aus.

Die gewohnt töffelige Truppe agierte in Holz für dieses Unterfangen allerdings ohne Simon Hanssen, der berufsbedingt in Russland weilte. Für ihn rutschte wieder Jens Ufken in die Begegnung, der gegen Müggenkrug nicht am Start gewesen war.

Das Feld komplettierten Anwerfer Christian Smid, Roland Harms auf der 3 und Schlusswerfer Sven Frerichs.

Im letzten Jahr hatte Smid mit einem sensationellen Wurf, der die gesamte Rechtskurve überbrückte, gleich das 1:0 besorgt, doch sollte es heuer anders kommen: Ein wenig gehemmt setzte der Supertischler nicht ausreichend Kraft in die Kugel, wodurch sie nach 120 Metern unten in den Graben rutschte und die Führung an die Hausherren ging.

Jens Ufken stand recht dämlich in der Kurve und versuchte, mit einem stark gedrehten Daumenwurf Roland Harms so weit wie möglich in Richtung Folgegerade zu bringen. 

Da die Westerender Nummer 3 im Anschluss die Kugel dann aber gehörig im unteren Straßenrand versenkte, stand es bereits nach drei Würfen 0:1 aus Sicht der Roten.

Guckten früh dumm aus der Wäsche: Die Holzkoppe Sven Frerichs und Christian Smid  (v.l.) erwischten mit ihrem Team einen klassischen Fehlstart.

Und es sollte so miserabel für die ambitionierten Westerender weitergehen: Mit den folgenden Würfen baute Neuharlingersiel weiter Druck auf. Da der Gegenspieler Christian Smids die Kugel weit in die nachfolgende Linkskurve schmetterte, wohingegen der Westerender Anwerfer Jens Ufken recht ungünstig in den Kurveneingang gebracht hatte, musste nun schon ein Wurfwunder her, um das 0:2 zu verhindern. Ufken entschied sich für einen Versuch mit relativ geringer Wurfkraft, doch am Ende trüllte er die Kugel genau zwei Meter zu kurz, sodass das Heimteam den Zwischenstand erhöhen konnte.

Es lief nicht in der Abteilung Holz, doch noch wollte das Team nicht klein beigeben. 

Es nahte ein Silberstreif am Horizont in Form der nun nachfolgenden Geraden. Das Team konsolidierte sich mit sicheren und kraftvollen Würfen und holte sich durch Team-Opa Roland Harms, der im Sommer die 50 Lenzen vollgemacht hatte, die Führung zurück.

Westerendes Schlusswerfer setzte dann einen sicheren Wurf auf die Straßenmitte und schon fiel das 1:2 aus Sicht der Gäste.

Der Anschluss war hergestellt; der Wettkampf konnte jetzt für Westerende beginnen.

Christian Smid zeigte - wie seine anderen Kollegen auch - eine ordentliche Leistung, jedoch reichte diese nicht aus, da Neuharlingersiel speziell auf der Rücktour fehlerlos mit der Kunststoffkugel agierte.

Dieses 1:2 war auch der Auslöser zu einer Westerender Sahnerunde, die Sven Frerichs wiederum zum 2:2 vollenden konnte.

Erneut war es ein sicherer Wurf auf einer Geraden, nachdem Smid, Ufken und Harms vorher durch formidable Würfe extremen Druck auf Neuharlingersiel aufgebaut hatten.

Mit diesem Zwischenstand ging es dann auch über die Wende und die Roten waren extrem gewillt, in diesem Tempo weiterzumachen, da Neuharlingersiel immer mal wieder die ein oder andere Schwäche gezeigt hatte, wohingegen das Auswärtsteam sehr sicher agierte.

Doch die Rückrunde hielt nicht mehr das, was sie versprach.

Westerender gab relativ schnell in der nachfolgenden S-Kurven-Passage die Führung an die Blauen ab und musste dann das 2:3 hinnehmen, als Jens Ufken bei einem scheinbar sicheren Fingerwurf ausgangs langen Rechtskurve das Handgelenk aus der Arretierung schnappte und die Kugel einmal quer über die Straße schoss. Dies war ein sehr ärgerlicher Nackenschlag für die Roten, doch man blieb ruhig, hatte man doch bereits in der Hinrunde einen Rückstand egalisieren können und noch gut 40% der Reststrecke vor sich.

Rund um Neuharlingersiel gibt es extrem viel Gegend, aber auch sehr stark zugewachsene Gräben. Nahezu nach jedem Wurf waren nervige, minutenlange Kugelsuchaktionen angesagt.

Doch im Gegensatz zur Hintour machte das Heimteam nun keine Fehler mehr.

Im Gegenteil: Reihenweise wurden Rillen erwischt, wo man zuvor keine vermutet hatte und Westerender befand sich plötzlich komplett in der Defensive.

Dies lag aber auch daran, dass Lütje Holt zwar ordentlich warf, jeder einzelne Werfer doch immer wieder die ein oder andere Unkonzentriertheit zeigte oder man schlichtweg auch bestimmte Teilbereiche der Strecke - insbesondere die Kurven - falsch einschätzte.

Nachdem ein 250-Meter-Rillenwurf der Gastgeber noch um nur einen Meter von Westerendes Nummer 2 abgewehrt werden konnte, schnappte die Falle aber wenig später zu als das Schwarz Neuharlingersiels eindrucksvoll durch eine S-Kurven-Passage gesteuert wurde und Sven Frerichs, der ohnehin schon relativ bescheiden stand, dieser Vorgabe nichts mehr entgegenzusetzen hatte.

2:4 rund 2,5 Runden vor Schluss: Dies war der Genickbruch für etwaige Ambitionen der Roten, denn sie merkten, dass der Gegner an diesem stark einfach blendend aufgelegt war und sich auch ein wenig in Rage geworfen hatte.

Demzufolge war es dann auch nicht mehr verwunderlich und ein wenig symptomatisch, dass Neuharlingersiel mit dem letzten Wurf des Wettkampfes noch auf 3:0 erhöhte und dem Heimsieg der Holzgruppe genau ein Meter hinzugefügt wurde.

Die vier Holzbuben waren bedient, erkannten die gute Leistung des Heimteams aber fair an und gelobten Besserung für die Heimbegegnung gegen Aufsteiger Neuwesteel.

Ragnar Hoffmann konnte mit seinem Anwurf zwar noch einen Vorteil für seine Gummiburschen herausholen, verlor dann aber immer mehr den Faden und verließ die Partie freiwillig.

Die Gummigurken starteten in der Formation Ragnar Hoffmann, Jens Feldmann, Dirk Tunder und Steffen Lengert, wohingegen Nachwuchstalent Philipp Harms gemäß des vor der Saison festgelegten Aussetzplans erst einmal mitlaufen durfte. Er kam jedoch später für den vollkommen unzufriedenen Vizekapitän Hoffmann in die Begegnung.

Nachdem die Führung zwar zum Start des Wettkampfes erobert werden konnte, ging diese relativ schnell verloren und mündete in einem frühen 0:1 aus Sicht der Roten.

Dieser Rückstand wurde aber im Laufe der Hintour wieder egalisiert, sodass sich die Gäste berechtigte Hoffnungen auf "mehr" machen konnten. 

Doch wie in der Abteilung Holz schlichen sich bei den Westerender Gummigurken immer wieder Unzulänglichkeiten ein, die in teilweise absurden Slapstick-Einlagen ausuferten und dadurch keine vernünftigen Runden zustande bekamen. 

Nachdem es zur Wende bereits 1:4 aus Sicht der Gäste stand, musste Personal reagiert werden.

"El Capitano" Steffen Lengert schaute zurecht nachdenklich. Die Vorstellung seines Teams in Neuharlingersiel war ein Schuss in den Ofen. Roland Harms schämte sich so sehr, dass er nicht einmal ganz aufs Foto wollte.

Nachdem Ragnar Hoffmann die Kugel dann auf der Höhe der Wende galant im Graben versenkt hatte, machte er mit seinen Händen die international gültige Wechselbewegung und Philipp Harms erhielt seine Chance.

Harms konnte leider auch keine nennenswerten Akzente mehr liefern und so begab es sich, dass Westerende diesen Rückstand bis kurz vor dem Ziel nicht verkleinern konnte. Ferner war man froh darüber, dass sich dieser nicht noch vergrößerte.

Der Tagesbeste Jens Feldmann legte dann noch einen beachtlichen letzten Wurf auf den Asphalt, der dem Team zumindest die Führung einbrachte, wodurch sich ein Endstand von 0:2,022 aus Sicht der Roten manifestierte.

Ähnlich wie in der Holzgruppe war dieser Sonntag sicherlich einer von der Sorte "gebraucht". 

Entsprechend konsterniert reagierte das Team auf die schlechte Nachrichten aus Holz, hatte es da doch zur Wende noch Remis gestanden und die Gummigurken insgeheim mit einem Sieg der Mannschaftskameraden gerechnet.

Neuzugang Jens Feldmann machte den letzten Wurf der Westerender Gummimannschaft und zeigte in einem extrem durchwachsen agierenden Team die beste Leistung.

Dieses 0:5,023 stellt sicherlich keinen Beinbruch dar und kam vermutlich zur rechten Zeit, um das junge Westerender Team auf den Boden der Tatsache zurückzuholen, ehe in den Köpfen einzelner Werfer wieder voreilig Meisterschaftspläne geschmiedet werden.

Mit Rang 3 bei 17:5 Schöts und 4:2 Punkten befindet man sich wieder dort, wo man die letzte Saison beendet hat.

Gegen den Liganeuling aus Neuwesteel, der mit 6:4 Schöts und 4:2 Punkten ebenfalls gut aus den Startlöchern gekommen ist, wird es sicherlich ein hartes Stück Arbeit, wenn die Roten sich weiter oben festbeißen wollen.

Verzichten werden sie bei dem Heimkampf dann auf Holzwerfer Jens Ufken, der sich bereits beim ersten Wettkampf in Willen eine Fraktur des rechten Fersenbeins zugezogen hat und gemäß des ärztlichen Rates dringend pausieren sollte. Dies ist allerdings nicht weiter tragisch, da Simon Hanssen am kommenden Wochenende wieder zur Verfügung stehen wird und man somit gut in Holz aufgestellt sein wird.

Ufken erhält im Übrigen Spezialeinlagen, die einen Einsatz in 1 bis 3 Wochen wieder ermöglichen könnten - je nach Heilungsverlauf. 

Die Abteilung Gummi ist dagegen komplett. Gemäß Rotationsplan wird sich Ragnar Hoffmann den Wettkampf zum Start von der "Ersatzbank" aus ansehen.

Jetzt nach Hause fahren und eine Runde heulen:

Roland Harms, Sven Frerichs, Lena Mudder, Christian Smid, Steffen Lengert und Jens Ufken (v.l.) hätten an diesem Sonntagvormittag vermutlich besser zum Häkelkurs gehen sollen. Ihr Auftritt in Neuharlingersiel war doch eher verschenkte Zeit.

-ju- (Informationen aus Gummi: Ragnar Hoffmann)


Heimkampf gegen Müggenkrug, 6.10.2019

Comeback nach schwachem Start

22.10.2019

 

Es gibt keinen Bericht zur Begegnung, da der etatmäßige Autor Jens Ufken der Partie nicht beigewohnt hat.

Die Aufstellungen:

Holz

1. Roland Harms

2. Simon Hanssen

3. Jens Feldmann

4. Sven Frerichs

 

Gummi:

1. Ragnar Hoffmann

2. Dirk Tunder

3. Philipp Harms

4. Steffen Lengert

5. Ingo Aulig für Dirk Tunder

 

-ju- 


Auswärtskampf gegen Willen, 29.9.2019

Der perfekte Saisonstart

Fachsimpelei vor dem Wettkampf: Die Gummigurken Jens Feldmann und Philipp Harms (v.l.) diskutierten vor dem Start in die neue Saison.

Alle waren sich einig, dass Feldmann deutlich an Sexyness gewonnen hat, seitdem er nicht mehr "blau" trägt.

30.9.2019

 

"Unser Kader ist mittlerweile derart ausgeglichen, dass zu jedem Zeitpunkt von jedem Werfer des Teams mit einem Rohrkrepierer zu rechnen ist. Die schlechten Würfe werden jetzt einfach viel effektiver auf alle Köpfe verteilt." Mannschaftsführer Steffen Lengert zeigte sich durchaus euphorisch mit Blick auf die neue Saison und in Anbetracht seiner Truppe, die durch den Neuzugang Jens Feldmann noch ein gutes Stück Töffeligkeit und Wahnsinn hinzugewonnen hat.

Nun ging es also bei dem beschissensten Regenwetter, das man sich überhaupt ausmalen möchte, in den KV Wittmund nach Willen. Bereits im letzten Jahr hatte man sich dort ordentlich eingenässt und die Partie zudem äußerst unglücklich auf den letzten Metern mit 0:1 verloren.

Lediglich Stand-by-Profi Ingo Aulig stand den Roten nicht zur Verfügung und so konnte Westerende endlich einmal in Bestbesetzung zum Saisonauftakt fahren.

In der Division Gummi bedeutete dies, dass Ragnar Hoffmann, Steffen Lengert, Philipp Harms, Dirk Tunder und Jens Feldmann die halbstündige Reise antraten, wohingegen die Holzköppe mit Roland Harms, Simon Hanssen, Christian Smid, Sven Frerichs und Jens Ufken aufliefen.

Die Abteilung Holz flog zu Beginn förmlich von Schöt zu Schöt. Roland Harms (Weste) zeigte an, Simon Hanssen (rot), Jens Ufken (gelb), Christian Smid (orange) und Sven Frerichs (rot) folgten.

Das Einwerfen verlief relativ unbefriedigend und so ging das Team relativ erwartungsarm in den Wettkampf, der bei den Holzgruppen sehr fahrig begann. Jens Ufkens Anwurf geriet zu weit nach rechts und verkam zum Aussteiger und die nachfolgenden Werfer vermochten ebenfalls keinen extrem stabilen Wurf auf den Asphalt zu setzen.

Die Führung lag erst einmal bei den Grünen, ehe der an Position 2 startende Simon Hanssen in Kurve 3 mit seinem zweiten Wurf einen auspackte und diese erstmalig eroberte. Da Sven Frerichs' Anschlusswurf ebenfalls exzellent marschierte und erst kurz vor der scharfen Linkskurve liegen blieb, klingelte es wenig später bereits zum ersten Mal für die Roten. 

Die Hausherren hatten insbesondere auf der Hintour ihre Probleme mit der eigenen Zielvorrichtung und ließen serienweise Würfe zu tief oder donnerten sie oben aus der Straße.

Nach einer kleineren Schwächephase im Bereich der nun folgenden Kurve, als Schlusswerfer Christian Smid die Kugel scheinbar nur aus dem rechten Hosenbein plumpste, eroberte Sven Frerichs die Führung nach mäßigen Würfen von Westerendes Nummer 1 und 2 dann aber wieder mit einem Kracher der Güteklasse A+ zurück.

Sven Frerichs (im Vordergrund) erbrachte die konstanteste Leistung in Willen. Da darf auch schon mal das Victory-Zeichen gezeigt werden.

Jens Ufken schleicht ihm unauffällig hinterher.

Auf dem Weg zur schwierigen S-Kombination langte "Smiddi" Smid dann nochmal ordentlich hin und erhöhte auf 2:0. Jens Ufken setzte gut nach, sodass Simon Hanssen dann wunderbar auf 3:0 aufstocken konnte und die Moral der Willener bereits die ersten Risse bekam.

Die Westerender bauten nun enormen Druck auf, weil sie die Unruhe bei den Gastgebern bemerkten. 

Der Westerender Wundertischler Smid hatte sein Team wunderbar aus der Kurve gebracht und weit auf die Schlussgerade gestellt und das 4:0 wurde nur durch die wunderbare Unterstützung eines Pfahls verhindert, da dieser die Kugel noch einmal auf die Straße zurückkehren ließ.

Jens Ufken scheiterte ebenfalls nur um Haaresbreite am Schöt, weil die Kugel des Gegners wieder glücklich an seiner Markierung vorbeigelangte. 

Auch die Versuche von den Westerender Werfern 2 und 3 wurden jeweils nur knapp gekontert, ehe Christian Smid auf der Geraden dann noch einmal grobschlächtig hinlangte und das überfällige 4:0 endlich verbucht werden konnte.

Westerende warf bei meisten Wetterkondition äußerst konzentriert. Es war sicherlich keine außergewöhnlich gute Mannschaftsleistung, aber eine extrem fokussierte mit wenigen Eiern - zumindest auf der Hintour.

Scheiß Wetter, aber geile Stimmung: Jens Ufken, Lena Mudder, Simon Hanssen, Sven Frerichs, Eugen Pernak und Roland Harms (v.l.) genossenen zu Beginn der Rücktour den 4:0-Zwischenstand.

Jens Ufken hatte sich im Wettkampfverlauf eine Verletzung an der rechten Ferse zugezogen und kam dadurch mit seinem Anlauf sowie dem Abwurf nicht mehr zurecht. Die Folge waren zwei schwächere Würfe auf Daumenständen. Seine Mannschaftskameraden und er entschieden sich dann unisono dazu, Team-Opa Roland Harms in die Begegnung zu nehmen, um das Ergebnis nicht noch weiter zu gefährden.

Doch irgendwie war seit der Wende ein Bruch im Wurfgebaren des Auswärtsteams.

Willen hielt zudem auch stärker dagegen, sodass Lütje Holt aufpassen musste, dass man sich nicht nach 2/3 der Begegnung das 1:4 fangen würde. Dann hätte es mit einem wiedererstarkten  Gegener sicherlich noch einmal unangenehm werden können.

Doch die Lokalmatadoren standen sich an diesem Tage aber immer wieder selbst im Weg, sodass dem Auswärtsteam am Ende zwei gute Würfe von Sven Frerichs - der die Führung zurückeroberte - und Christian Smid reichten, um den Deckel drauf zu machen.

Nachdem der Bundeswehrsoldat seine Kugel weit in die Linkskurve getrieben hatte, ging der Teamlängste dann nochmal volles Risiko und jagte den Daumenwurf bis oben an die weiße Straßenbegrenzung. Insgesamt lief die Kugel 168 Meter an der der Grünen vorbei und somit sicherten sich die Roten einen am Ende doch recht souveränen 5,018-Start-Ziel-Erfolg.

Die stärkste Holzgruppe der letzten Ostfrieslandliga-Saison hat sicherlich noch nicht gezeigt, wozu sie in der Lage ist, dennoch war die Erkenntnis wichtig, dass auch solche Matches gewinnbringend gestaltet werden können.

Am Ende hatte die Abteilung Holz allen Grund zum Frohlocken.

Die Gummiburschen starteten in der Formation Ragnar Hoffmann, Jens Feldmann, Philipp Harms und Steffen Lengert. Anders als bei der Abteilung Holz, wo Roland Harms nur als Backup zum Einsatz kommen möchte, verfügt die Gummibubenbande über fünf gleichwertige Werfer, sodass Kapitän Steffen Lengert vor dem Saisonstart einen Aussetzplan entwarf, der am Sonntag Dirk Tunder zum Zuschauer machte. Doch auch er sollte auf Höhe der Begegnung für den unglücklich agierenden Jens Feldmann in die Partie kommen.

Ähnlich wie bei Holz waren die ersten Würfe doch recht wirsch, sodass lediglich Westerendes Anwerfer Ragnar Hoffmann mit dem Startwurf in die Gummiwettauseinandersetzung zufrieden sein konnte, da er immerhin damit die Führung holte.

Philipp Harms, seines Zeichens amtierender FKV-Sieger bei den B-Junioren (Holzwertung), packte dann zur Hälfte der Hintour einen Riesen aus und erzielte damit den ersten Schöt des Tages.

Intelligent aus der Wäsche gucken können die Westerender definitiv nicht. Ragnar Hoffmann, Steffen Lengert, Philipp Harms, Jens Feldmann und Venja Lengert (v.l.) konnten nicht glauben, dass sich im Waldgebiet entlang der Strecke doch tatsächlich eine Kolonie von bitoma crenata angesiedelt hatte. 

Philipp Harms zählte sogar drei Exemplare der schönen Tiere.

Steffen "El Capitano" Lengert" legte dann zwei Runden später nochmal nach und erhöhte auf 2:0, sodass alles nach einem Auftakt nach Maß für die Westerender aussah.

Doch dann kam es kurz vor der Wende zu einer kleinen Schwächephase des Gästeteams, die auch zugleich von den Grünen genutzt werden konnte. Willen verkürzte auf 1:2 und schnell kamen Gedanken an die Vorsaison auf, in der Westerendes Gummi vermutlich das Team der Liga war, das mit Abstand die meisten Vorsprünge innerhalb eines Wettkampfes noch in Unrat, sprich Niederlagen gewandelt hat. 

Dieses Mal sollte es aber anders laufen, denn mit Dirk Tunder wartete noch ein frischer Mann auf der "Ersatzbank". Jetzt musste nur noch geklärt werden, ob das 16-jährige Bürschlein oder der 33-jährige Neuzugang für ihn die Begegnung verlassen sollten.

Da man zu diesem Zeitpunkt auf die Holzgruppe traf, wurde in Anbetracht von Harms' vermeintlicher Daumenstärke zu seinen Gunsten entschieden, sodass Jens Feldmanns Debüt in der Ostfrieslandliga beendet war.

Erwischte keinen guten Wettkampf: Neuzugang Jens Feldmann. Dennoch stellte er sich im Nachgang tapfer in den Dienst der Mannschaft und pushte seine Mannen nach vorne.

Und Dirk Tunder fügte sich gut in die Begegnung ein und eroberte im Nu die Führung für seine Farben zurück. 

Was jetzt folgte, war dann aber ein wahrer Wurfreigen auf Seiten der Roten, wohingegen die Heimmannschaft immer mehr den Glauben an sich selbst zu verlieren schien.

Nach dem Motto "Alle dürfen mal ran!" zündeten alle Rotgekleideten der Reihe nach ihre Raketen, ehe Philipp Harms dann auf Höhe der S-Kurve zum endgültigen Genickbrecher ansetzte und man die Kontrahenten nach einem neuerlichen Gegenschöt nur noch herumfluchen hörte.

Klatschnass aber nach dem 12:0 überglücklich: Christian Smid, Simon Hanssen, Ragnar Hoffmann, Jens Feldmann, Jens Ufken, Roland Harms, Philipp Harms (hinten v.l.), Sven Frerichs, Dirk Tunder und Steffen Lengert (vorne v.l.)

Westerende trat jedoch unbarmherzig wie noch nie zuvor in der Ostfrieslandliga auf und ballerte den Sieg letztlich auf ein sage und schreibe 7,009:0. Gab es mal einen kleineren Wurf, wurde dieser postwendend vom Teamkameraden wieder ausgeglichen, wobei über die gesamte Wettkampfdauer vor allem die Leistung von Mannschaftsführer Steffen Lengert hervorzuheben war, der den Sommer für viele intensive Trainingseinheiten genutzt und dadurch an Sicherheit gewonnen hatte.

Dirk Tunder brachte zudem nach seiner Hereinnahme ebenfalls wertvollen frischen Wind in die Begegnung und ebnete den Weg für den am Ende doch sehr hohen Erfolg von insgesamt 12,027:0.

Dieser Sieg Westerendes beinhaltete dabei gleich mehrere Rekorde. Zum einen hatte Willen auf heimischen Geläuf noch nie so hoch verloren, aber die Roten in der Liga bislang und vor allem auswärts noch nie zweistellig gewonnen. Die doch recht knappen Ergebnisse der Vorsaison waren in der Sommerpause doch des Öfteren das heißeste Gesprächsthema der Auricher.

Nach dem Wettkampf führte Mannschaftsführer Steffen Lengert noch eine spontane Ehrung für Philipp Harms (l.) durch, der es im Sommer geschafft hatte, alle B-Jugend-Einzelausscheidungen im Holzboßeln für sich zu entscheiden - teilweise mit überragendem Vorsprung vor seinen Konkurrenten.

Überreicht wurden ein beflocktes Shirt und Leitungswasser, abgefüllt in einer Flasche Havana-Rum, da man den Alkoholkonsum des 16-Jährigen sicherlich nicht fördern möchte.

In der nächsten Woche geht es für den ersten Tabellenführer der noch jungen Saison nun gegen die Herren aus Müggenkrug, die beim Vorjahresvizemeister Hagerwilde beim 3:3 überraschend einen Punkt entführen konnten.

Westerende wird dabei ein wenig umstellen müssen, da Christian Smid ortsabwesend sein wird.

Dadurch verstärkt der Allrounder Jens Feldmann die Holzmannschaft. 

Jens Ufken - sollte seine Verletzung bis dato wieder ausgeheilt sein - wird aufgrund eines privaten Termins nicht den gesamten Wettkampf bestreiten können und würde entsprechend im Laufe der Begegnung durch seinen Namensvetter ersetzt werden. 

Backup Roland Harms vertritt Stammanwerfer Christian Smid. 

In der Abteilung Gummi wird Dirk Tunder für Jens Feldmann in die Starting-4 rutschen; wie es glücklicherweise auch laut Rotationsplan vorgesehen war.

Zudem möchte man sich die Dienste von Teilzeit-Profi Ingo Aulig sichern, um personell nicht aus dem letzten Loch zu pfeifen und eine gewisse Absicherung zu haben.

Da in diesem Team jeder jeden würdig vertreten kann, blickt Mannschaftsführer Steffen Lengert mit Zuversicht auf die Begegnung am kommenden Wochenende.

 

-ju- (Informationen aus Gummi: Ragnar Hoffmann)

Der anschließende Blick in die Kneipe: Seltener wurde ein 12:0-Auswärtssieg von einem Team frenetischer und euphorischer bejubelt. Sensationell!