Auswärtskampf gegen Dietrichsfeld II, 18.2.18

Blick ins Ungewisse: Die Holzbuben Jens Ufken, Sven Frerichs, Christian Smid und Simon Hanssen (v.l.) studieren bei strahlendem Sonnenschein das anspruchsvolle Geläuf in Dietrichsfeld.

18.2.2018

 

Spannender konnten die Voraussetzungen vor dem heutigen Kampf in Dietrichsfeld nicht sein: Mit Lütje Holt trat der seit einem Dutzend Partien unbezwungene Tabellenzweite beim in der gesamten Saison zu Hause noch ungeschlagenen Tabellendritten an. Dietrichsfeld verfügte vielmehr über die stärkste Holzgruppe der gesamten Liga und beide Teams trennten überdies nur ganze zwei Punkte.

Das Aufeinandertreffen gewann zudem noch mehr an Brisanz, als das Ergebnis der Vormittagsbegegnung Schirum-Ostersander gegen Langefeld bekannt wurde. Der daheim noch niederlagenfreie Tabellenführer hatte tatsächlich gepatzt, und das gegen ein Team, das auswärts bislang nur 5:11 Punkte geholt, also auf fremden Straßen eher weniger zu lachen hatte. Dieses 1:4 der Schirumer bedeutete, dass Westerende bei einem Sieg aufgrund des ohnehin schon besseren Schötverhältnisses trotz der noch ausstehenden Nachholbegegnung gegen Moordorf auf den Spitzenplatz vorrücken würde. Dietrichsfeld hätte bei einem eigenen Erfolg dafür sorgen können, dass die ersten drei Teams allesamt bei einem Verlustpunktekonto von 10 stünden. Langefeld wäre zudem mit 12 Verlustpunkten in Lauerstellung.

Somit wären die Ost-Auricher also wieder voll im Titelrennen gewesen und der Kampf um den zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigenden zweiten Tabellenplatz hätte nochmals ordentlich an Brisanz gewonnen.

Dirk Tunder legte sich bei ein paar Fun-Würfen im Vorfeld des Heimkampfes gegen Wiesens, an dem er aufgrund eines Arbeitseinsatzes dann gar nicht teilnehmen konnte, dermaßen ausgeklügelt auf das sonnenbebrillte Gesicht, dass er sich eine Rippe auf der rechten Körperhälfte brach.

Nach Einnahme einer Iboprofen 800er trat er in Dietrichsfeld an und zeigte, dass er dringend gebraucht wird.

Hier beobachten ihn Simon Hanssen und Sven Frerichs (v.l.) beim zweiten Wurf des gesamten Wettkampfes, mit dem er die Führung ergattern konnte, weil er den Fahrradweg wunderbar für seine Zwecke nutzte.

Es war also angerichtet und so ging es bei bestem Wetter in Richtung Anwurfpunkt. Nachdem man überraschendweise die Gummigruppen zuerst losziehen ließ, was sich angesichts der extremen Weiten mit der roten Kugel in den späteren Rillenpassagen als richtige Vorgehensweise herausstellte, war es also abermals die Stammformation der letzten Wettkämpfe, namentlich Christian Smid, Simon Hanssen, Jens Ufken und Sven Frerichs, die sich mit der Unterstützung von Alterspräsident Ingo "Harvey" Weber auf den Weg gen Langefeld machte.

Christian "Smiddi" Smid traf seinen Anwurf nicht optimal, doch legte dessen Kugel auf dem angrenzenden Fahrradweg noch einige wertvolle Meter zurück, sodass sich Rot aufgrund weniger Meter gleich die Führung sichern konnte. Gerade der Fahrradweg war es, der im Laufe der Partie noch entscheidend auf das Spielgeschehen Einfluss nehmen sollte.

Simon Hanssen stand dann ungefähr an derselben Stelle wie Dirk Tunder kurz zuvor und ahmte dessen Wurf komplett nach. Auch er setzte die Kugel mittig, gab dem Wurf jedoch ein wenig zu viel Finger mit, sodass er vor dem Kurvenmittelpunkt die Straße in Richtung Fahrradweg verließ, dort einige Meter zurücklegte und tatsächlich wieder auf die Straße zurückkehrte. Ein toller Wurf, der den Führungsausbau bedeutete.

Seinen Wurfstil erkennt man auf einen Kilometer Entfernung: Jungtischler Christian Smid zeigte einen soliden Wettkampf in Dietrichsfeld und fiel vor allem dadurch auf, dass er ein ums andere Mal die Führung für sein Team eroberte.

Ingo "Harvey" Weber weist ihm in dieser Szene den Weg.

Hobbyinvalide Jens Ufken, der heute glücklichweise weitestgehend schmerzfrei aufwerfen konnte, durfte nun also zum ersten Mal auf seiner selbsterklärten Lieblingsstrecke ran und ließ seine Boßelkameraden dabei gleich den Atem anhalten. Er setzte die Kugel auf die Hälfte der linken Straßenseite, gab eine ordentliche Portion Daumen mit und schon lief die Kugel nach langem Anstieg für einige Zeit auf der Grasnaht. Da sein Dietrichsfelder Kontrahent ihm das Künststück nachmachte, blieb es weiterhin beim Unentschieden und der Westerender Führung.

Sven Frerichs komplettierte dann eine sehr ordentliche erste Runde und baute die Führung wieder nach einem sehenswerten und schön gesetzten Wurf um weitere Meter aus.

Es folgten weitere blitzsaubere Würfe von Christian Smid und dem Ü-Eier-Fan Hanssen, ehe Jens Ufken ca. 180 Meter vor der scharfen Rechtkurve auf Höhe des Ricklefschen Trifts einen auspackte, die Kugel erneut mit dem Daumen oben an den Straßenkamm warf und diese genau im Kurveneingang platzierte. Sein wurfstarker Kontrahent setzte erneut zum Konter an, gab dem Wurf aber dieses Mal eindeutig zu viel Daumen mit. Die Kugel flog daraufhin oben aus der Straße, schoss dann wieder kurz zurück und blieb dann jedoch ein gutes Stück hinter der Kugel der Westerender liegen. Der Tabellenzweite war also durch den stark polarisierenden Brüllhannes mit 1:0 in Führung gegangen.

Simon Hanssen klagte auch heute wieder über Schmerzen im Lendenwirbelbereich und gönnte sich eine Ibo 800er von Gummikollege Tunder. Er harderte ein ums andere Mal mit seiner Wurfleistung, warf aber insgesamt ordentlich. Besonders zum Schluss wurde er immer stärker, was auch daran gelegen haben könnte, dass das Team nach 60% des Wettkampfes die Kugel tauschte. Gerade Hanssen, der in den  boßelfreien Sommermonaten im Moskauer Bolschoi-Ballett als Primaballerina mitwirkt, hatte die vorherige Kugel zuvor oftmals zu lange festgehalten und dann verworfen.

Sven Frerichs hatte nun einen extrem schweren Stand und musste zudem eine sehr ordentliche Vorlage der Blaugekleideten kontern. Er lief mittig an, setzte die Kugel schön auf der Straßenmitte, gab dem Wurf jedoch Finger mit, wodurch das schwarze Projektil die Straße doch noch verließ und Lütje Holt aufgrund von fünf fehlenden Metern erstmals die Führung in der Begegnung abgab.

Aber wie es zuletzt oftmals in den Wettkämpfen der Holzgruppe war: Wenn einer die Führung abgab, setzen die anderen Mitstreiter alles daran, diese auf dem schnellsten Wege zurückzuerobern. Christian Smid legte einen ordentlichen Wurf auf den Asphalt, konnte jedoch noch nicht den Advantage für sein Team holen.

Dies tat dann Simon Hanssen, der die Kugel mustergültig in den Asphalt brannte und Jens Ufken kurz vor den nachfolgenden Linksknick setzte. Da Dietrichsfeld patzte war das 1:0 wieder komplett und die Führung zurück beim Auswärtsteam.

Nachdem der Gegner des 35-jährigen Regional Directors, der im Gegensatz zu den anderen Verletzten Westerendes nur die Wirkstoffe einer Iboprofen 600er im Blut hatte,  seinen Wurf aus ähnlicher Position einmal quer über die Straße geknallt hatte und noch vor der Kurve blieb, legte Ufken los: Er lief mittig an, gab dem Wurf wieder seinen obligatorischen Daumen mit, woraufhin die Kugel sich bedrohlich an den oberen Straßenrand begab, dort jedoch ein Schlagloch traf und dadurch eine optimale Kurskorrektur erfolgte. Die Kugel legte ein gutes Stück zurück, nichtsdestotrotz kam Dietrichsfeld um einige Meter an dem Schwarz  Westerendes vorbei.

Feuerte und wies wieder einmal hervorragend an: Ingo "Harvey" Weber war stolz auf seine jungen Burschen und verzichtet aktuell bewusst auf eigene Einsätze, um die vier Knaben nicht aus dem Wettkampfrhythmus zu bringen.

Der neutrale Beobachter wundert sich indes, dass Weber sich in seinem fortgeschrittenen Alter noch so tief bücken kann.

 

Dann trat der dampfende Bundeswehrsoldat auf den Plan. Frerichs, der aktuell den wahnwitzigen Plan verfolgt, ein Jahr lang auf Alkohol zu verzichten, um dadurch seinen Körper reinigen zu wollen, zündete auf der folgenden Gerade seinen feinen Daumen, setzte die Kugel an den oberen Straßenrand und meterte ordentlich drauf los. Im Nachgang half dann noch der an diesem Nachmittag mit Vorliebe genutzte Fahrradweg, um Dietrichsfeld vor eine unangenehme Aufgabe zu stellen.

Die Heimmannschaft reagierte nervös und erreichte die Marke Westerendes nicht. 2:0 für Lütje Holt im Spitzenkampf - was wollte das rote Herz mehr?

Doch leider kamen die  Gäste ab der  4. Runde ein wenig aus dem Tritt. Simon Hanssen, Jens Ufken und Sven Frerichs verwarfen allesamt ihre ersten Versuche auf der Fingerseite und konnten sich wieder bei den Erbauern des Radfahrwegs bedanken, dass ihre mäßigen Würfe noch ein mittelmäßiges Niveau erreichten. Dennoch waren drei schwächere Würfe in Folge zu viel des Guten, vor allem weil die Blauen alles trafen. Folglich gab man kurz vor der ersten Wende die Führung erneut ab.

Man traf hier auf die Gummigruppe, die bereits gewendet hatte und nun setzte Christian Smid zu seinem Wurf an. Er hatte ungefähr 140 Meter zur Kugel der Dietrichsfelder zu überbrücken. Unter normalen Umständen stellt dies keine besondere Herausforderung für den frauenverstehenden Wahl-Auricher dar, doch was nun folgte, war mehr als unglücklich. Der 21-Jährige lief mittig an und knallte die Kugel mit einem völlig übertriebenen Daumen nach rund 80 Metern in den Graben. Es schien fast, als wäre ihm die Kugel aus der Hand gerutscht, da Smid sich sonst eher durch seine fingerlastige Wurftechnik auszeichnet. Die Hausherren hatten also den Anschluss geschafft und schöpften neuen Mut nach einem nervösen Beginn.

Die Erschöpfung  ist den Gesichtern der vier Sportler, die sich nach der 7,8 Kilometer langen Nervenschlacht erst einmal am Tresen des Dietrichsfelder Vereinsheimes sammeln müssen, anzusehen. Hendrik Bents, Christian Smid, Ragnar Hoffmann und Matthias Lottmann (v.l.) sind froh, dass sie es überstanden hatten.

Simon Hanssen jauchzte die Kugel sehenswert über die Wende und dann war es wieder einmal Jens Ufken, der die Nerven seiner Teamkameraden fast zum Explodieren brachte, denn auch dieses Mal tanzte die Kugel an der oberen Grasnaht, nachdem sie seine Hand verlassen hatte; allerdings zum ersten Mal nach einem Fingerwurf. Sven Frerichs legte fröhlich nach und konnte die Führung wieder zurückerobern. Das flotte Führungswechselspielchen zog sich dann weiter fort, über die zweite und dritte, ergo finale Wende, ehe die Führung dann wieder auf Seiten des Heimteams zu finden war.

Dann war es wiederum der Holzälteste, der sich den letzten seiner zwei schwächeren Würfe gönnte und die schwarze Riesenmurmel kurz vor dem Möbelhaus Evers stehend komplett hirnverbrannt mit einem Überdaumen über die Straße donnerte und sich dann bei den Erbauern des Möbelhausparkplatzes bedanken konnte, dass es nicht zum zweiten Mal für Dietrichsfeld klingelte.

Er wusste jedoch, dass er seinem Teamkameraden Sven Frerichs einen Bärendienst erwiesen hatte, da nun auf Seiten der Lokalmatadoren ein echtes Fahrtschwein anlief und das schwarze Geschoss auch ordentliche 200 Meter in Richtung Vereinsheim jubelte. Dem 25-Jährigen gingen ein wenig die Nerven durch und er ließ seinen Wurf viel zu tief, woraufhin Dietrichsfeld den Ausgleich frenetisch beklatschen konnte.

2:2, gute 2 Runden vor Schluss - das hatten die Gäste sich sicherlich nach dem tollen Start etwas anders vorgestellt.

Christian Smid und Ingo "Harvey" Weber besprechen den nächsten Wurf des an Nummer 1 gestarteten Jungspundes.

Smid gewann vor kurzem im Übrigen einen Lesewettbewerb für Grundschüler und hatte seinen Teamkameraden vor dem Kampf stolz die Urkunde gezeigt. In Mathematik landete er auf einem ordentlichen 10. Platz in den Grundrechenarten Addition und Subtraktion mit den Zahlen 1 bis 20.

Doch das für Westerende sehr verlustreiche Zwischenstück mit der Doppelwende war überstanden und unmittelbar nach dem Ausgleich überkam den Tischlergott Smid die Lust am Extremboßling und er hämmerte die Kugel mustergültig über den Esenser Postweg. Die noch siegessicher wirkenden Blaugekleideten konnte der werferischen Aufforderung Westerendes nicht Folge leisten und infolgedessen durfte sich Lütje Holt wieder über die Führung freuen.

Simon "So ward boßelt" Hanssen kam wie der Rest des Teams mit der etwas stärker abgenutzten Kugel deutlich besser zurecht und zimmerte diese bis 70 Meter vor die Linkskurve. Er hatte die Kugel dabei sehenswert an den oberen Rand der Straße gezaubert und konnte sich zusammen mit den anderen vier Holzmusketieren über Schöt Nummer 3 und somit die neuerliche Führung freuen, da bei Dietrichsfeld auf dem letzten, rillenbefreiten Teilstück wieder das große Nervenflattern einsetzte.

Das Berufsgroßmaul der Roten legte nun wieder einmal entgegen dem Flehen seines Teams einen Straßenrandtänzer auf den Postweg und schaffte es tatsächlich, dass sein Wurf sich die gesamte Linkskurve über auf der oberen Fahrbahnmarkierung bewegte und im Anschluss noch gute 100 Meter auf der Geraden überbrückte. An diesem Tag hatte er das Kantenglück, wie im Übrigen auch im Jahr zuvor mit der Gummikugel, aufs Äußerste herausgefordert und geradezu gepachtet; leider zu Lasten der Nerven seiner Sportkameraden.

Gute Stimmung nach dem Wettkampf. Jens Ufken, Sven  "The Steam Engine" Frerichs, Dirk Tunder, Simon Hanssen und Ingo "Harvey" Weber (v.l.) sind glücklich nach einem nervenaufreibenden Match.

Mit neuem Schwung ging es in die nachfolgende Linkskurve, in der Simon Hanssen einen extrem schweren Stand hatte.  Christian Smids Wurf, den er ca. 150 Meter vor der Biegung abfeuerte, sah lange Zeit danach aus, als würde er den Knick durchlaufen, letztlich fehlte es dem Wurf aber dann doch ein wenig an Höhe.

Hanssen, der unter der Woche rauschhaft  35 Ü-Eier käuflich erworben und zielsicher dabei immer den billigen Plastikschrott zum Zusammenbauen erwischt hatte und dessen Figurensammlung demzufolge zumindest vorläufig auf dem Niveau von neun Figuren stehen bleibt, lief an und setzte viel zu viel Daumen in den Versuch, sodass die Kugel relativ zielstrebig in Richtung Fahrradweg ging, dort aber glücklicherweise noch einige wertvolle Meter zurücklegte. Die Führung war glücklicherweise weiterhin auf Seiten des Auswärtsteams, stand man doch bereits auf der Schlussgeraden.

Der Dietrichsfelder Gewaltwerfer war nun dran und hämmerte die Kugel überambitioniert über die Straße. Eine Schlüsselszene, denn Jens Ufken könnte nun alles klar machen und mit etwas Fortune auf 4:2 stellen, wenn er seinen Wurf trifft.

Auf dem Fingerstand lief er ganz unten an und gab dem Wurf fatalerweise einen übergroßen Daumen mit, wodurch die Kugel nach circa 30 Metern die Straße verließ und zielsicher auf das heutige Lieblingsgeläuf der Westerender zusteuerte. Da der Wurfwinkel aber sehr spitz war, pendelte die Holzkugel sich brav auf der Mitte des Fahrradweges ein und lief sich zum Entsetzen der kopfschüttelnden Heimmannschaft einen Wolf. Nach gut 200 Metern kam das Spielgerät aus Sicht der Gastgeber endlich zum Stehen und der Routinier musste sich im Anschluss von seinen Kollegen spöttische Bemerkungen wie "Das war ein technisch hervorragender Wurf, Jens!" gefallen lassen. Nachdem dieser Wurf dann auch noch tatsächlich das 4:2 und damit die Entscheidung im Holz-Match zur Folge hatte, mutmaßte er gegenüber dem restlichen Team, dass er auf der Straße mit einem schön gesetzten Wurf vermutlich nie soweit gekommen wäre.

Die Vorentscheidung in diesem Match war durch einen verrückten Zufallswurf gefallen und nach einer weiteren Granate von Christian Smid, der die Kunststoffkugel an den oberen Straßenrand tischlerte und damit ebenfalls 200 Meter überbrückte, traf man nun vor dem finalen Showdown auf die Gummigruppe, die bereits im Ziel sehnsüchtig wartete und ihre Holzjungs frenetisch bejubelte.

Ragnar Hoffmann war in "Didi" wieder eine Bank, auch wenn er vor dem Wettkampf zu Protokoll gab, dass er sich unter der Woche beim Papierfalten im Rahmen der Olympia-Vorbereitung eine böse Schnittverletzung von 1,76 Milimetern Länge am kleinen Finger der Wurfhand zugezogen hatte.

Die Gummibubenbande startete in der Reihenfolge Ragnar "Origami-King" Hoffmann, Dirk "Tunderstruck" Tunder, Matthias "Lotti" Lottmann und Steffen "El Capitano" Lengert in den Fight. Hendrik  Bents, der von Insidern auch als "Little Big H" bezeichnet wird, begleitete nebst Jan "Janni" Lengert das Feld, wobei der Erstgenannte bereits nach der 4. Runde für einen unkonzentriert agierenden Matthias Lottmann in die Begegnung kam und einen zauberhaften Wettkampf zeigte. Der VW-Mitarbeiter feuerte indes seine Westerender Jungs den kompletten Wettkampf über und später noch mit Unterstützung seiner eilig herbeigereisten Eltern wacker an.

Ragnar Hoffmanns Wurf blieb nur wenige Meter hinter der Kugel der Dietrichsfelder liegen, wodurch Dirk Tunder, der sich nach der bereits zweiten denkwürdigen Bruchlandung binnen eines Jahres - im sommerlichen Freundschaftskampf gegen Moordorf rannte er euphorisch und komplett übermüdet der  Gummikugel seines Teams hinterher, trat auf diese und legte sich grandios auf das bereits weiter oben beschriebene Gesicht - den Beinamen "Slapstick" redlich verdient hat, seinen radfahrweggeschwängerten Zauberwurf auspacken konnte und die Führung mit einem perfekten Konter zurückeroberte.

Der ab Runde 5 auf der Wurfposition Nummer 3 werfende Hendrik Bents wird hier von den aufrückenden Teamkollegen Ragnar Hoffmann und Dirk Tunder (v.l.) beobachtet. Bents, dem in dieser Saison bislang noch die Konstanz in seinen Würfen fehlte, nutzte ähnlich wie der ebenfalls in Holz auf der 3 werfende Jens Ufken nahezu jede Straßenkante für seine Zwecke und hielt seine Farben damit in einer schwierigen Phase am Leben.

Der junge Maschinenbau-Student Lottmann legte dann einen relativ neutral gestalteten Wurf nach, ehe Steffen Lengert und Ragnar Hoffmann dann ihre Kräfte in das Thema "Führungsausbau" investierten.

Mr. Tunderstruck war es dann, der die rote Kugel mit Wucht in Richtung Langefeld schleuderte und damit auf 1:0 für die Gäste stellen konnte, da Dietrichsfeld seiner Darbietung nicht Paroli bieten wollte.

Man hätte annehmen können, dass diese frühe Führung ein bisschen Ruhe in das Wurfgebahren der Roten bringen würde, doch weit gefehlt: Es folgte ein grandioses Zwischentief, das vor allem darauf zurückzuführen war, dass das Heimteam auf dem rillenbewehrten Stück alles traf und Lütje Holt entweder nicht ausreichend nachlegen konnte oder die eigenen Würfe komplett versenkte.

So wurde aus einem 1:0 bis zur ersten Wende ein 1:4. Dietrichsfeld war klar auf Siegeskurs, zumal die Holztruppen zu diesem Zeitpunkt nur durch einen Schöt getrennt waren.

Der Origami-Champ Hoffmann zeigte dann aber auf der ersten Wende, dass mit Lütje Holt weiterhin zu rechnen ist: Er platzierte seinen Wurf sauber über dem Strich und da  das gastgebende Team die vom 30-Jährigen gesetzte Markierung nicht erreichen konnte, stand es nur noch 2:4 aus Sicht der Gäste.

Eine weitere bereits liebgewonnene Marotte von "Slapstick" Tunder: Wenn er einem Werfer anzeigt, stellt er seine für die Befeuchtung der Gummikugel notwendige Wasserflasche immer genau zwischen seine gespreizten Beine. Ragnar Hoffmann musste in dieser Szene beweisen, dass er das nötige Zielwasser besitzt.

Steffen und Jan Lengert beobachten das Geschehen (v.l.).

Auf dem Weg in Richtung Zwischenwende gab Lütje Holt dann mit dem letzten Wettkampfwurf Matthias Lottmanns die Führung ab und war sodann auf Vermeidung des erneuten 3-Schöt-Rückstandes aus. Hendrik Bents hatte dann die unsägliche Aufgabe, auf der Wende seine Wurfpremiere zu machen und obendrein ein ordentliches Stück bis zur gegnerischen Gummikugel zu überbrücken, damit es nicht auf der falschen Seite klingelte. 

Der 24-jährige Student der Wirtschaftswissenschaften lief an, setzte die Kugel recht ordentlich, gab ihr aber einen starken Linksdrall mit, sodass diese die Straße in Richtung Radweg verließ und jetzt noch rund 25 Meter überbrücken musste. Genau 5 Meter vor Erreichen dieses Ziels stand unverhoffterweise ein weißer Zaunpfahl im Weg und der alte Vorsprung war für Dietrichsfeld wiederhergestellt.

In der Gesamtwertung sah es jetzt enorm düster für Westerende aus, war Holz zwar nach wie vor mit 2:1 in Führung, dies nichtsdestoweniger angesichts der permanenten Vorteilswechsel auf einem eher wackeligen Fundament.

Glücklichweise konnte sich das Team über die dritte Wende hinaus schadlos halten, sodass man auf dem letzten Teilabschnitt der Strecke nun das Husarenstück vollbringen wollte, aus einem 2:5 eine knappe Niederlage, ein Remis oder bestensfalls einen Sieg zu formen, um dann über eine gute Holz-Performance die Hoffnung auf ein oder zwei Punkte in diesem 4-Punkte-Match aufrecht erhalten zu können.

Ratlose Gesichter nach dem neuerlichen, hohen Rückstand: Steffen Lengert, Dirk Tunder und Matthias Lottmann (v.l.) zogen sich jedoch an den eigenen Haaren aus der Misere und starteten eine grandiose Aufholjagd.

Nach dem Motto "Jetzt oder nie" gingen die Gummigurken auf die Reise und Dietrichsfeld staunte nicht schlecht, was jetzt folgte. Gleich mehrere sehenswerte Würfe auf Seiten der Westerender wurden geliefert, beispielsweise durch Steffen Lengert oder Hendrik Bents. Lütje Holt konnte sich zwar die Führung zurückerobern, doch wehrte sich der Tabellendritte mit Händen und Füßen gegen das 3:5.

Reihenweise fielen Würfe mit weit über 200 Metern, wie auch in der Holzbegegnung war das Niveau in Gummi extrem hoch. So hoch, dass Dietrichsfeld in der Gummikonkurrenz am Ende sogar mit einem Streckenrekord über die Ziellinie stapfte. Vor allem der minderjährige C-Jugend-Werfer Jan-Ole auf Seiten der Dietrichsfelder konterte gleich zwei optimal gesetzten Gewaltwürfen Steffen Lengerts als wäre es seine leichteste Übung. Wie er diese Wurfkraft mit seinem doch noch sehr zierlichen Körperbau aufbringen konnte, war schon bemerkens- und verwundernswert.

Doch dann hatte der Westerender Kapitän die Schnauze gestrichen voll, ballerte die Kugel in einem gewaltigen Wutausbruch grob in die Auricher Richtung und erzielte das langersehnte 3:5 für seine Burschen.

Der Dietrichsfelder Jan-Ole (vorne) lieferte sich ein packendes Duell mit den körperlich deutlich überlegenen Westerendern.

Die Holztruppe beobachtet hier in Person von Christian Smid, Jens Ufken, Sven Frerichs und Ingo "Harvey" Weber (v.l.) das Treiben der Kollegen auf einer der drei Wenden.

Doch davon nicht genug: Nach der letzten Kurve lief Ragnar Hoffmann an, ballerte die Kugel mustergültig nach oben an den Straßenkamm und erzielte kurz vor Schluss das 4:5 aus Sicht Westerendes. Es stand also Unentschieden in dieser Partie und Holz hatte zwischenzeitlich auf 3:2 erhöht. Ein Schöt könnte am Ende folglich noch entscheidend sein und so gaben Dirk Tunder und Hendrik Bents mit ihren Würfen in Richtung Ziel Vollgas, konnten jedennoch nicht mehr einen wirksamen Impact auf das Ergebnis nehmen.

Steffen Lengert überwarf dann das Ziel und hatte die Kugel butterweich gesetzt. Alles sah danach aus, dass die Kugel über den Radweg noch wertvolle Meter machen könne, doch dann gab es einen jähen Knall: Die Kugel war gegen einen Pfahl gescheppert; die so beliebte Auslaufzone des Auswärtsteams versagte ausgerechnet beim letzten Wurf des Gummivergleichs ihren Dienst.

Alle Augen waren nun auf den Dietrichsfelder Werfer gerichtet. Würde dieser noch 150 Meter an der Kugel der Westerender vorbeikommen, um zumindest einen Ein-Schöt-Erfolg für Blau zu sichern?

Er schaffte es nicht. Sein Wurf war zwar ordentlich gesetzt, rollte aber nur 70 Meter an der Kugel Lütje Holts vorbei. Die Gummidivision hatte es also tatsächlich geschafft: Aus einem relativ hohen Rückstand hatten sie nach hartem Kampf ein Unentschieden kreiert.

Jetzt kam also alles auf die Holzköppe an, in deren Reihen sich nun Simon Hanssen beim Stande von 2:0 und mit der eigenen Führung im Rücken langsam bereitmachte und den Wurf des Dietrichsfelder Kapitäns und Gewaltschmieters beobachtete.

Die Westerender skandierten "Auswärtssieg" nach einem grandiosen Kampf, der letztlich nur durch einen Schöt entschieden wurde. Dadurch steht Lütje Holt nun mit einem Kampf weniger an der Spitze der Kreisliga-Tabelle und kann wieder ein bisschen mehr von der Teilnahme an den Aufstiegskämpfen zur Ostfriesland-Liga träumen.

Von vorne nach hinten:

Steffen Lengert,

Jan Lengert,

Matthias Lottmann und Ragnar Hoffmann (v.l.),

Hendrik Bents, Jens Ufken, Dirk Tunder, Christian Smid (v.l.),

Sven Frerichs und Ingo "Harvey" Weber (v.l.),

Simon Hanssen.

 

Der 44-Jährige Routinier packte zum Schluss noch einmal alles in seinen Wurf und setzte die Kugel oben an den Straßenrand. Rund 180 Meter legte die Kugel zurück und nun begann das große Zittern. Würde Simon Hanssen die Nerven behalten und maximal 79 Meter hinter der Kugel der Blauen zurückbleiben? In diesem Fall hätte sich das Blatt zum Guten gewendet und Lütje Holt würde mit einem 1,001:0-Erfolg reüssieren. Fabriziert der apathische Naturbursche einen Rohrkrepierer, stünde Lütje Holt am Ende mit einem Punkt da, was nach dem engen Wettkampfverlauf sicherlich nicht unverdient aus Sicht der Gastgeber gewesen wäre, dennoch hätte  der Angriff der Roten auf die Tabellenspitze erst einmal vertagt werden müssen.

Hanssen behielt die Nerven, setzte die Kugel auf die Straßenmitte, traf den Asphalt zwar nicht optimal, doch über den Fahrradweg näherte sich sein Wurf letztlich bis auf 37 Meter an die Kugel der Dietrichsfelder an.

Es war vollbracht: Westerende hatte nach einem 1,113:0-Sieg in der Holz-Wertung insgesamt mit knappen 1,043:0 obsiegt und die Tabellenführung von den Schirumern ergaunert.

Ein unglaubliches Gefühl der Erleichtung und Glückseligkeit machte sich im Team breit und man merkte, wie die Anspannung nach diesem harten und engen Wettkampf von sämtlichen Schultern in Form tonnenschwerer Steine purzelte. Eine unfassbar gute Teamleistung, aber vor allem eine Leistung des Willens. Die einen, nämlich Gummi, mussten sich aus einem gewaltigen emotionalen Loch kämpfen und die anderen, sprich Holz, mussten den späten Ausgleich wegstecken, dann auf zwei Schöts davonziehen und in Person von Simon Hanssen auf der Zielgeraden die Nerven behalten.

Kapitän Steffen Lengert saß minutenlang wie paralysiert am Tisch und starrte auf den Spielberichtsbogen, war jedoch anfänglich nicht dazu in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen.

Nachdem er sich ein wenig gesammelt hatte, betonte Steffen Lengert, der vor drei Tagen in Mailand seine neueste Handtaschen-Kollektion für Karl Lagerfeld vorstellt hat, nochmals, dass seine Gummitruppe speziell in den letzten sechs Runden ausnahmslos Granaten gezündet hat und man Dietrichsfeld aufgrund eines Fahrt- und Konzentrationsvorteils am Ende einfach zermürbt habe.

Simon Hanssens Glücksbringer-Figur Hans-Dieter hat seit dem Sieg in Dietrichsfeld einen Stammplatz auf der Zapfanlage in der Kneipe "Een sien Uul", in der Ingo "Harvey" Weber und der 21-Jährige ihre Dart-Turniere abhalten.

Mit nun 69:18 weist Westerende nach Moordorf, die vor allem auf der Ekelser Straße reihenweise Kantersiege gefeiert haben, mit einem Plus von 50,112 das zweitbeste Schötverhältnis der Liga auf. 24:8 Punkte stehen auf dem Konto der Roten.

Auf Rang 2 folgt Schirum-Ostersander mit 76:33 Schöts bei 24:10 Punkten. Mit je 22:12 Punkten knapp dahinter befinden sich Dietrichsfeld II und Langefeld, wobei der heutige Gegner des neuen Tabellenersten ein um 25 Schöts besseres Wurfverhältnis als der Tabellenvierte aufweist.

Lütje Holt ist zudem nun seit 13 Partien ungeschlagen und  konnte 8 Siege in Folge feiern.

In der nächsten Woche kommt nun der Tabellenvorletzte aus Middels an die Holzlooger Straße, der sicherlich trotz des Tabellenstandes nicht unterschätzt werden wird. Immerhin gewann Westerende nur relativ knapp mit 4:0 in Middels, besonders in der Holzkonkurrenz musste damals brachial gekämpft werden.

Gleichzeitig treffen mit Langefeld und Moordorf zwei Konkurrenten im Kampf um Platz 2 aufeinander, Dietrichsfeld II muss sich auf dem schwierigen Geläuf in Osterloog beweisen und Schirum-Ostersander bekommt es mit der unbequemen Zweitvertretung der Ludwigsdorfer zu tun. Schon jetzt ist klar, dass Lütje Holt in dieser verrückten Liga auf weitere Ausrutscher hoffen wird und gleichzeitig die Aufgabe "Middel II" schadlos abarbeiten möchte, um weiterhin von den Rängen 1 und 2 träumen zu dürfen.

 

-ju- (Informationen aus Gummi: Steffen Lengert)

Der ganze Stolz von Westerendes Männer I: Die Tabelle nach dem 17. Spieltag der Kreisliga.


Heimkampf gegen Wiesens, 11.2.18

Haben scheinbar nicht alle Latten am Zaun oder eine extrem weibliche Seite: Jens Ufken und Steffen Lengert (v.l.) stimmen sich für den Wettkampf gegen Wiesens ein. Christian Smid (hinten links) und Steffens Bruder Jan (blaue Mütze) zweifeln am Verstand der beiden Naturburschen.

11.2.2018

 

Nachdem die Partie beim Nachbarn aus Moordorf in der letzten Woche vormittags wegen Straßenglätte und am frühen Nachmittag wegen dichten Schneefalls abgesagt worden war, musste Lütje Holt also zum fünften Mal in den letzten sechs Partien auf der heimischen Holzlooger Straße ran. Der Tabellenzehnte aus Wiesens wies mit 8:20 Punkten das genau umgekehrte Punktekonto im Vergleich zu den Roten auf, also konnte die Rolle des Favoriten schon klar in Richtung des Heimteams geschoben werden, zumal das Team elf Partien in Folge ohne Niederlage geblieben war und die letzten sechs Begegnungen ausnahmslos für sich entscheiden konnte.

Die Westerender waren heiß wie Frittenfett und hatten sich bereits um 12.40 Uhr beim Abwurfpunkt eingefunden, um sich warmzuwerfen. Da in Gummi mit Hendrik Bents und Dirk Tunder gleich zwei arrivierte Kräfte ausgefallen waren, bat man den Kapitän der Männer II um Hilfe und Detlef Tunder schaute daraufhin höchstpersönlich vorbei, um am Wurfgeschehen zu partizipieren.

 

Detlef Tunder (links) half dankenswerterweise aus, wohlwissend, dass er seinen Männer II dafür in der Nachholpartie Anfang März gegen Plaggenburg fehlen wird. Jan Lengert warf sich gemeinsam mit dem Routinier ein.

Schon während des Einwerfens hatte sich gezeigt, dass der eisige Wind am heutigen Nachmittag kein Freund sein würde: Diverse Würfe wurden direkt in Richtung des unteren Straßengrabens gedrückt; die Weiten verkürzten sich vor allem auf den ungeschützten Teilen teilweise um bis zu 50 Meter.

Leider hatten die Wiesenser ein wenig Probleme mit der Lokalisierung des Treffpunkts, sodass die Partie erst gegen kurz vor 14 Uhr startete und die Rotgekleideten die letzten 30 Minuten vor dem Anwurf wartend im Bushäuschen verbracht hatten, um sich nicht schon vor dem Wettkampf komplett zu verausgaben. Das Warmwerfen hatte somit schon wieder ein wenig an Effekt eingebüßt, einige Werfer mussten somit die ersten Würfe des Wettkampfes nutzen, um wieder auf Betriebstemperatur zu kommen.

 

In der letzten Woche hatte es überdies eine herzzerreißende Szene in Moordorf gegeben: Ü-Eier-Fanatiker Simon Hanssen bekam, vermutlich aus Mitleid ob der doch recht übersichtlichen und armseligen Stückzahl seiner Sammlung, im schicken Schneefall feierlich von seinen Teamkollegen ein Überraschungsei überreicht. Dessen Inhalt trug er beim heutigen Wettkampf als Glücksbringer bei sich und konnte somit stolz verkünden, dass er nun bereits über ganze neun Überraschungs-Ei-Figuren verfüge. "Stolz wie Oscar" war eine noch milde Umschreibung für den jungen Power-Schmieter, der am letzten Spieltag dieser Saison seinen Geburtstag feiern wird.

Simon Hanssen am 4.2.18 auf dem Parkplatz bei Wessels in Moordorf und am 11.2.18 neben Sven Frerichs im Rahmen des Wettkampfes gegen Wiesens. Einen stolzeren Sammler kann man sich vermutlich nicht vorstellen.

Großmundig und auch ein wenig leichtsinnig verkündete Hanssen daraufhin am heutigen Tag, seine Sammlung in den nächsten zwei Jahren um Figur Nummer 10 ergänzen zu wollen. Angesichts der bisherigen Zuwachsrate seiner Kollektion ein doch sehr hehres Ziel.

Nun ging es also zuerst für Holz auf die gut drei Kilometer lange Reise in Richtung Hinter-Theene. Bestritten wurde der sportliche Marsch von Anwerfer Christian Smid, Simon Hanssen, dem Dauerinvaliden Jens Ufken und  Dampfmaschine Sven Frerichs. Alterspräsident Ingo "Harvey" Weber ließ es sich nicht nehmen, seine Burschen permanent anzufeuern und als Anweiser zu fungieren.

Der hochgewachsene und im Sternzeichen Löwe, Aszendent Kaulquappe geborene, äußerst junge Vollbluttischler Smid setzte seinen Anwurf sehr ordentlich, nur gab der Wind wieder einmal Vollgas und drückte die Holzkugel bereits vor der Birke in Richtung Graben.

Da der Gegner ca. einen Meter weiter kam, ging die Führung erstmalig an Wiesens, ein Umstand, den das Heimteam zuletzt beim Kampf gegen Langefeld vor einigen Wochen zu spüren bekommen hatte.

Simon Hanssen holte den Vorteil jedoch sofort zurück, konnte sich dann aber bei seinen Teamkollegen Jens Ufken und Sven Frerichs über den schnellen Verlust beklagen, da beide ihre Würfe doch recht abenteuerlich quer über die Straße jagten.

Kurzum: Der Start war keineswegs geglückt, vielmehr schlich sich doch eine gewisse Nervosität in das Boßling der Lokalmatadoren ein, wollte man an diesem Tag doch unbedingt ein bisschen was für das Schötverhältnis tun. Zudem war die Pause zwischen dem Warmwerfen und dem Wettkampfstart - wie bereits beschrieben - ein wenig zu lang geraten.

Einer der schwersten Stände auf der Heimstrecke der Westerender: Die Kanaleingangskurve auf der Rücktour.

Christian Smid meisterte die Aufgabe aber brilliant und konnte mit seinem kraftvollen Wurf die Führung zurückerobern.

Licht und Schatten wechselten zwischen den Würfen hin und her: Christian Smid holte die Führung zurück, Simon Hanssen vergeigte sie, Jens Ufken warf die Kugel auf der langen Gerade nach dem ersten Rechtsknick dann wieder ganz oben an die Grasnaht und erkämpfte diese wieder zurück, Sven Frerichs gab sie dann aber wiederum vor der Kanaleingangskurve ab. Dieser Wettkampfstart war nichts für schwache Nerven. Die Führung wechselte in den ersten 3 Runden sage und schreibe achtmal zwischen den Teams hin und her - so einen durchwachsenen Start hatte Westerende lange nicht mehr gezeigt.

Es ging in Richtung Stine Uden und so langsam kam etwas mehr Konstanz in das Wurfgebaren des Heimteams: Jens Ufken, der verletzungsbedingt an diesem Sonntag ein ums andere Mal Schwächen auf seinen favorisierten Daumenständen offenbarte, stellte Sven Frerichs vor den Linksknick Eingangs der Stine Uden-Kurve, der daraufhin ein richtig nettes Ass aus dem Ärmel zauberte und das Schwarz bis kurz vor die Anschlussgerade zauberte. Ein sehr sehenswerter Wurf, der nur wegen 30 Zentimetern an der sehnlichst herbeigewünschten 1:0-Führung scheiterte.

Simon Hanssen haderte ebenfalls ein wenig mit seiner Leistung, traf er doch oftmals die Straße nicht optimal und ließ so wichtige Meter liegen. Dies könnte auch an den starken Rückenschmerzen gelegen haben, die ihn heute heimsuchten und in den Bewegungsabläufen sicherlich hinderlich gewesen sind.

Dieser Wurf auf der Rücktour nach der Stine-Uden-Kurve gelang aber vollkommen und besorgte die Führung für die Roten.

Doch das 1:0 sollte nicht lang auf sich warten lassen. Christian  Smid lief noch im Ausgangsbereich der Kurve an und setzte seinen Wurf viel zu tief. Daraufhin verließ die Kugel die Straße bereits nach 20 Metern am unteren Straßenrand, kehrte dann aber wieder zurück und schlängelte sich noch rund 80 Meter am unteren Straßenrand entlang. Ein wirklich schäbiger Wurf, der im Normalfall keine Belohnung verdient gehabt hätte. Doch es sollte anders kommen, weil der Gästewerfer die Kugel kurz und schmerzlos in den Graben der gegenüberliegenden Straßenseite knallte und tatsächlich vor Smids Wurf liegen blieb.

1:0. Endlich. Diese verhältnismäßig sehr späte Führung sollte zum Knotenlöser werden.

Zwar gönnten sich Simon Hanssen, Jens Ufken und Sven Frerichs eher durchschnittliche Würfe, doch konnte zumindest die Führung in den eigenen Reihen gehalten werden.

Christian "Smiddi" Smid war es nun, der sich noch leicht im ersten Linksknick der Schluss-S-Kurve befand und nun die Aufgabe hatte, diese schwierige Passage zu überwinden. Und er erledigte dies tadellos.

Entgegen seiner sonstigen Wurfweise, setzte er einen sehr gefühlvollen Wurf auf die Straße, überbrückte die Zwischengerade, ließ die Kugel ideal mit der Abschlussrechtskurve mitfallen und überbrückte sogar noch ein ordentliches Stück auf der Schlussgeraden.

Ein beachtlicher Wurf, der für den gegnerischen Werfer sehr schlecht erreichbar war, da dieser sich bereits auf Höhe der Straße "Am Vorfluter", ergo  viel näher vor der Kurve befand.

Großmaul Jens Ufken, der seit seiner Geburt mit nur einem Arm auf der linken Körperhälfte auskommen muss, konnte aufgrund seiner anhaltenden Leistenbeschwerden nur bedingt frei aufwerfen, machte aber gute Miene zum bösen Spiel seines lädierten Körpers und versuchte zumindest einigermaßen "mitzuwerfen". Intelligenterweise hatte er am Donnerstag in Halle (Saale) beim Firmenhallenfußball seiner bereits ordentlich ramponierten Weichstelle im Bereich der Lenden den nahezu endgültigen Garaus gemacht.

In dieser Szene überwirft er gerade die Wende, indem er die Rille auf der rechten Straßenseite nutzte.

Wie bereits prognostiziert, schaffte es der Mann in Grün nicht, den Wurf des Westerender Anwerfers zu erreichen und es stand kurz vor der Umkehr 2:0. Mit diesem Schöt kehrte endgültig die Leichtigkeit der letzten Wochen in das Team zurück.

Heißsporn Sven Frerichs  stand nun wieder kurz vor der S-Kurve und servierte seinen Versuch butterweich in die Straßenmitte. Die Kugel fiel wunderbar mit der Eingangslinksbiegung, lief bis zum Düker und verabschiedete sich für die nächsten Wochen und Monate im Nass, da sie nicht mehr auffindbar war.

Da das Auswärtsteam mit dem ersten Konter noch vor der Kurve liegen blieb und somit die Führung abgab, war die Chance auf den Ausbau des Spielstandes zum Greifen nahe, immerhin befand sich Wiesens jetzt in einer ähnlichen Ausgangssituation wie vor dem 2:0.

Auch hier sollten die rotgekleideten Propheten recht behalten: Der Wurf des Gegners blieb einige Meter zu kurz und mit dem Schöt bog Westerende endgültig auf die Siegerstraße ein.

Nachdem das Zwischenstück in Richtung Stine Uden-Kurve solide von Christian Smid, Simon Hanssen und Jens Ufken überbrückt wurde, stand Sven Frerichs wieder mit dem ungefähr gleichen Abstand vor der nächsten Kurve wie wenige Minuten zuvor nach der Wende.

Hier lacht nur einer: Sven Frerichs (l.) freut sich über seine beiden Kurvenwürfe, Simon "So ward boßelt" Hanssen wünscht sich eine thailändische Rückenmassage mit Happy End.

Jetzt folgte der zweite Teil der Sven-Frerichs-Kurvenshow: Ca. 100 Meter vor dem Kurveneingang stehend, setzte er das Spielgerät genau mittig auf die Straße, das Rund lief in der Folge optimal in der Kurve mit, durchquerte diese komplette und landete kurz vor dem Ortsschild. Ein wahnsinniger Wurf, dessen Nachahmung vermutlich nur bei einem von 50 Versuchen gelingen würde und der folglich das 4:0 bedingte. Wiesens konnte gar den fünften Schöt nur um wenige Meter verhindern.

Leider fehlte an diesem Tag komplett die Konstanz im Team und Christian Smid ließ seinen schön platzierten Wurf nach dem Rechtsknick oben aussteigen. Er wurde dabei Opfer seiner Wurfkraft, da er die schwarze Kugel zwar sehenswert durch den Kurvenscheitelpunkt zimmerte, jedoch zu wenig Daumen mitgab.

Simon Hanssen holte dann aber wieder einen raus und stellte Jens Ufken ca. 80 Meter vor die Linkskurve in Richtung Kanal. Der 35-Jährige hatte nun die Aufgabe, Sven Frerichs möglichst weit auf die Kanalgerade zu bringen. Wohlwissend, dass die Kugel bei voller Wurfkraft gerade durch die Kurve gehen würde, entschied er sich dazu, aus dem Stand zu werfen. Er setzte die Kugel auf der linken Straßenseite stehend mustergültig, der Wurf fiel mit der Kurve, nahm noch einiges an Rasenkante mit und stoppte kurz vor der Bushaltestelle. Aus einem schwierigen Stand hatte er das Optimum herausgeholt und man erwartete gespannt die Reaktion des Wiesenser Mannschaftsführers. Dieser zeichnete sich vornehmlich dadurch aus, mit extremer Armkraft aufzutreten und entschied sich gegen einen gefühlvollen Versuch. Die Quintessenz war das 5:0 für Lütje Holt, da die Kugel wie vorher angedeutet, gerade durch die Kurve schoss und in den Rabatten verschwand.

Sven Frerichs warf noch ca. 40 Meter weiter vor dem Standort des Fotografen ab und brachte die Kugel bis zur gelbmarkierten Stelle. Bei genauerer Betrachtung erkennt man dort Christian Smid, der dem sensationellen Wurf hinterhergeeilt war.

Es folgte eine sehr bemerkenswerte Runde auf Seiten der Lütje Holter: Sven Frerichs steuerte die Kugel souverän in die Kanalkurve, musste aber leider wegen wenigen Zentimetern die Führung abgeben, da des Gegners Kugel noch ein paar Meter in der unteren Drecksspur der Rechtskurve mitgerollt war. Christian Smid erkämpfte sich aber mit einem tollen Wurf die Führung zurück, als er die Kugel zwar nur mittig auf die Kanalgerade setzte, demungeachtet aufgrund seiner Fahrt eine ordentliche Strecke zurücklegte. Simon Hanssen wollte es dann wissen und donnerte das Spielgerät dann mit hohem Risiko in Richtung Schlusskurve, die Kugel stieg jedoch 30 Meter vor der Kurve aus, lief glücklicherweise auf dem Fahrradweg weiter bis kurz vor den Kurvenmittelpunkt. Wiesens hielt gut dagegen und lag mit der eigenen schwarzen Riesenmurmel auf Höhe der Steinmauer, sodass Jens Ufken gefordert war und es nun mittels eines extremen Daumenwurfs immerhin bis in den nachfolgenden Linksknick schaffte.

Die Kugel der Gäste passierte diese Stelle nur um zwei Meter, sodass Sven Frerichs, seines Zeichens SAZ 12, die Führung weiter ausbauen konnte. Er legte einen tollen Wurf hin, nichtsdestoweniger ging der Gästekonter erneut wenige Meter daran vorbei.

Nun hatte das Westerender Fahrtschwein Smid die Schnauze voll, rammte die Kugel mit voller Wucht auf den Asphalt und verfehlte den abschließenden Linksknick nur um wenige Meter.

Christian Smid holte zum Leidwesen des sehr sympathischen und humorvollen Gegners das Armkatapult ein ums andere Mal heraus. Er war an diesem Tag auch mit deutlichem Abstand der beste Werfer im Team der Roten, da er sich nur zwei bis drei schwächere Würfe gönnte.

Dieser Wurf reichte dann aus, um das 6:0 zu erzielen. Das halbe Dutzend war somit kurz vor dem Ziel im Sack und die Roten zeigten sich durchaus zufrieden.

Scheinbar hatten die Burschen aber ein wenig zu viel von der Wettkampfkonzentration verloren, denn was jetzt folgte, war eine äußerst peinliche Nummer, die es in dieser Form auf heimischer Strecke so sicherlich noch nicht in dieser Saison gegeben hatte und sogar vom Gegner verwundert hinterfragt wurde.

Nachdem Simon Hanssens Wurf zu tief blieb, verriss Jens Ufken sein Handgelenk während des Abwurfs komplett und gab die Führung nach seinem 50-Meter-Wurf souverän ab. Sven Frerichs und Christian Smid empfanden die Wurfkompositionen ihrer Kollegen scheinbar als sehr angebracht und kopierten fleißig, sodass man es wie durch ein Wunder und ohne Gegenschöt nach einem ordentlichen Wurf Simon Hanssens über die Ziellinie schaffte und 38 Meter rettete. Im Normalfall wäre man spätestens nach dem Wurf von Sven Frerichs im Ziel gewesen.

Ein Wettkampf, der sicherlich nicht das volle Leistungsvermögen der Holztruppe des Tabellenzweiten gezeigt hatte, war zu Ende gegangen und das Team zeigte sich am Ende nichtsdestotrotz froh darüber, auch Vergleiche relativ sicher für sich entscheiden zu können, wenn es mal nicht so läuft. Gerade Sven Frerichs hatte sich nach einem schlechten Start am Riemen gerissen und ein wenig Fahrt aus seinen Würfen zugunsten der Genauigkeit genommen und wurde dadurch mit zwei schönen Schöts belohnt.

Eben diese Erkenntnis, einfach mal taktisch clever zu werfen, wenn es bei der eigenen Leistung nicht hunderprozentig passt, wird bei den kommenden, schweren Auswärtskämpfen in Dietrichsfeld, Moordorf, Middels-Osterloog, Bernuthsfeld und Langefeld zu befolgen sein, will die Holzgruppe auch dort reüssieren.

Geschafft: Christian Smid, Sven Frerichs und Ingo "Harvey" Weber (v.l.) freuen sich über den klaren Erfolg der Holzgruppe. Jens Ufken sortiert seine Handschuhe nach Farben.

Holz hatte also vorgelegt. In der Gummigruppe, die in der ungewöhnlichen Formation Ragnar Hoffmann, Detlef Tunder, Jan und Steffen Lengert aufmarschierte und von Matthias Lottmann akkompagniert wurde, fehlte also in Dirk Tunder der etatmäßige Anwerfer der letzten Wochen.

Mit Vizekapitän Hoffmann, der an den nächsten Olympischen Sommerspielen für Ostfriesland in der Sportart "Origami" antreten wird, war jedoch ein weiterer erfahrener Anwerfer der Gummis vor Ort. Dieser legte auch blitzsauber los und setzte die Kugel hinter die Birke. Da Wiesens die Straße zwar auch ansprechend traf, deren Wurf jedoch ein wenig zu kurz blieb, startete Rot mit optimalen Voraussetzungen in den Wettkampf.

Männer II-Kapitän Detlef Tunder ließ sich nicht lumpen und knallte das rote Geschoss an den oberen Straßenrand und baute die Führung dadurch ein gutes Stück aus. Leider reichte es noch nicht für die frühe Führung der Lokalmatadoren, weil Wiesens um wenige Meter daran vorbeikam.

Jan Lengert ließ das Gummiprojektil dann jedoch ein wenig zu tief und gab die Führung ab, doch sprang sein Bruder sofort für ihn in die Bresche und knallte den roten Flummi an den oberen Straßenrand, sodass Ragnar Hoffmann bereits ein gutes Stück auf der nachfolgenden Geraden stand und Westerende die Führung zurückbekam.

Sven Frerichs (l.) freut sich, dass Detlef Tunder mit dabei ist. "El Capitano" Steffen Lengert kuschelt nur mit Jens Ufken, kann aber dafür ziemlich böse gucken.

Ragnar Hoffmann, Detlef Tunder und Jan Lengert, der hobbymäßig Telefonbücher auf Rechtschreibung kontrolliert, erledigten ihre Aufgaben souverän und stellten Steffen Lengert kurz vor die Kanaleingangskurve.

Dieser  stand noch etwas ungünstig und konnte die Gerade noch nicht voll anwerfen und entschied sich deswegen zur Nutzung der Leitplanke. Seine Kugel erwischte einen  vernünftigen Abprallwinkel und legte dadurch einige wertvolle Meter auf dem nachfolgenden Teilstück zurück.

Der Origamipapst war nun gefordert und donnerte die Kugel mit vollem Elan und mit freundlicher Unterstützung des eisigen Windes in Richtung Kanalende. Nur 60 Meter fehlten ihm letztlich, um die gesamte Strecke zu überbrücken - ein fabelhafter Wurf, der auch folgerichtig mit dem so wichtigen 1:0 belohnt wurde.

Nachdem der Männer II-Werfer das finale Stück mit einem guten Armschlag überbrückt hatte, stand Jan Lengert zusammen mit seinem Kontrahenten schon ein gutes Stück nach der 90°-Kurve.

Fehlten den Gummiburschen am Sonntag wegen eines Trauerfalls und aus beruflichen Gründen: Hendrik Bents und Dirk "Tunderstruck" Tunder (v.l.), die keinen Hehl daraus machen, besonders in Sachen Kopfbedeckungen immer auf die  absolute Haute Couture zu setzen. Gerade die flauschigen Ohrenschützer Tunders haben nach kurzer Zeit bereits Kultstatus in Westerende erlangt und sind in vielen Fachgeschäften ausverkauft.

Der Wiesenser traf seinen Wurf perfekt, sogar derart, dass die Kugel noch ca. 100 Meter auf der Geraden in Richtung Stine Uden zurücklegte. Der VW-Mitarbeiter sah sich jetzt dieser schwierigen Aufgabe gegenüber, setzte zum Wurf an, ahmte die Vorlage des Gegners grandios nach und landete ebenfalls nach dem Rechtsknick. Leider wies sein Versuch ein bisschen weniger Kantenglück auf, sodass Westerende die Führung abgeben musste.

Wiederum konterte jedoch der Mannschaftsführer Westerendes, der vor kurzem als Aktmodell an der Pariser Sorbonne junge Kunststudentinnen in Verlegenheit brachte und bugsierte die Kugel bis zum Lärchenweg. Wohlgemerkt stand er bei diesem Wurf noch ausgangs des Rechtsknicks.

Dieser Gewalttat Westerendes konnte Wiesens nichts entgegensetzen, sodass die Führung schon wieder die Seiten wechselte.

Ragnar Hoffmann setzte seinen Wurf dann mustergültig auf die Mittellinie, jedoch hatte der Wurf bei Erreichen des Kurveneingangs noch ein wenig zu viel Dampf und landete deshalb im Gras.

Doch dann folgte der Auftritt vom Teampapa für einen Tag, namentlich Detlef Tunder, der die berüchtigte Kurve routiniert durchtrüllte, wohingegen die Gäste ihre Kugel oben hinausjagten. Tunder vertrat seinen Sohn an diesem Tag mehr als würdig und erzielte folgerichtig an dieser Stelle das 2:0.

Gute Stimmung in der letzten S-Kurve der Strecke: Beide Gruppen führten 2:0, Steffen Lengert, Detlef Tunder und Matthias Lottmann (v.l.) gingen jedoch weiterhin konzentriert zu Werke.

Analog zur Leistung der Holzer, warf auch Gummi zwischenzeitlich mit wenig Konstanz und gönnte sich in der Folge wieder den Führungsverlust nach zwei kleineren Würfen von Jan und Steffen Lengert.

Doch die Nummer 1 und 2 in der Westerender Werferreihenfolge eroberten die Führung gekonnt zurück, insbesondere Ragnar Hoffmann zeigte einen schönen Wurf aus einer recht ungünstigen Position vor dem Rechtsknick auf Höhe des Ukena-Hauses.

Hier begegneten sich die beiden Gruppen und Jan Lengert setzte am Anfang der finalen S-Kurve zum Wurf an und durchwarf diese sehenswert. Da der Gegner diesen Wurf nicht erreichte, machte es Palim-Palim und es stand 3:0 in der Gummigruppe, genau zwei Minuten und 50 Meter entfernt vom 3:0 der kreuzenden Holzgruppe. Beide Westerender Division waren sich also herrlich einig und stimmten voller Inbrust zum zweimaligen Schötruf an.

Mit zwei nicht ganz einwandfreien Würfen ging es dann über die Wende, ehe Jan Lengert wieder in der S-Kurve stand, dieses Mal aber wesentlich ungünstiger und sein älter Bruder deswegen die Kugel noch hinter den Rechtsknick bringen musste.

Dieser stellte Ragnar Hoffmanndann aber weit auf die Gerade nach dem Rechtsknick, woraufhin der Vollblutbeamte einen auspackte und den Riesenflummi ordentlich hinter den Linksknick kachelte.

Jan Lengert zeigte sich anfangs  auch aufgrund der mangelnden Wettkampfpraxis der letzten Wochen ein wenig nervös und unsicher, wurde dann aber im fortschreitenden Wettkampfgeschehen immer sicherer und wertvoller für das Team. Hier ist er bei seinem finalen Wurf zu sehen, den er vor der kompletten Westerender Mannschaft sehr gut auf die Straße setzte.

Detlef Tunder und Jan Lengert zauberten dann das Spielgerät mit zwei Würfen auf genau die Position, die bereits Sven Frerichs wenige Minuten vorher mit der Holzkugel erreicht hatte. Um die Analogie zu Holz fortzuführen, knallte Steffen Lengert seinen Wurf ebenfalls unten durch die Rechtskurve und die Kugel flog nach kurzem Lauf oben aus der Bahn. Da die Gäste im Vorfeld mithilfe des Bordsteins bei der Bushaltestelle eine ordentliche Weite vorgelegt hatten, war die Führung nun wieder auf der Seite der Grüngekleideten.

Ragnar Hoffmann, der im gesamten Wettkampf keinen kleinen Wurf hinlegte, war es dann, der das rote Geschoss wieder an den oberen Straßenrand prügelte, ehe die beiden nachfolgenden Werfer Steffen Lengert auf die Kanalgerade stellten.

Die Nummer 4 und 1 Westerendes meisterten den Kanal souverän und nun war es an dem Routiniert Tunder, in Richtung Linksknick nach dem Kanal zu werfen.

Leider passierte ihm, der ansonsten extrem souverän und stark auftrat, genau an dieser Stelle das einzige Ei des Wettkampfes, das wiederum folgenlos bleiben sollte.

Mit zwei Glückbringern zum Kantersieg: Simon Hanssens Überraschungs-Ei-Figur Hans-Dieter in den Fängen von WAG Lena Mudder.

Zum Wettkampfende passierte nicht mehr viel: Man wusste, dass Holz eine deutliche Führung aufgebaut hatte und selbst komfortabel in Front lag. Der Sieg war fix, jedoch war dessen Höhe noch unklar.

Alle Westerender Werfer legten eine sehenswerte Schlussrunde hin und dann war es der Kapitän höchstpersönlich, der dann 20 Meter vor der Ziellinie stehend nochmals alles gab und die Kugel an den oberen Straßenrand drapierte.

115 Meter erfightete er noch für seine Mannen und in Addition mit den 38 aus Holz, fiel Schöt Nummer 9 in der Gesamtwertung.

Das 9,003:0 war am Ende ein äußerst klarer Erfolg, nach dem es aber lange Zeit nicht ausgesehen hatte, da beide Westerender Teamteile erst zögerlich in den Wettkampf fanden.

An diesem 16. Spieltag warfen im Übrigen wieder alle Teams für die Roten, so verlor Moordorf in Middels-Osterloog, Bernuthsfeld und Schirum-Ostersander trennten sich 5:5 und die heimstarken Langefelder gaben ebenfalls überraschend einen Punkt gegen Pfalzdorf II ab.

Demzufolge rangiert Lütje Holt weiterhin auf Platz 2 mit nun 22:8 Punkten und 67:18 Schöts. Schirum-Ostersander hat mit 75:28 das schlechtere Wurfverhältnis, aber schon einen Wettkampf mehr bestritten und kommt auf 24:8 Punkte.

Am nächsten Sonntag kann es dann zu einer kleinen Vorentscheidung im Kampf um die Aufstiegsränge kommen, wenn die Roten bei den Blauen in Dietrichsfeld antreten. Nachdem das Hinspiel trotz des Ausfalls zweier Leistungsträger Unentschieden bestritten werden konnte, möchte man auf der Powerstrecke nun beide Punkte ergaunern.

Die zweite Vertretung des Landesligisten sitzt dem seit nunmehr 12 Partien ungeschlagenen Zweitplatzierten der Kreisliga aktuell mit 22:10 Punkten im Nacken und hofft natürlich selbst noch auf eine Chance in Sachen Aufstieg. Gewänne Dietrichsfeld am kommenden Sonntag, wären beide Teams punktgleich, wäre Westerende erfolgreich, hätte sich die Mannschaft bereits einen Puffer von 4 Punkten auf einen Platz, der nicht zur Teilnahme an Aufstiegswettkämpfen befähigt, erkämpft.

Spannender könnten die Voraussetzungen vor dem Kräftemessen nicht sein.

 

-ju- (Informationen zu Gummi: Steffen Lengert)

Ausgelassene Stimmung bei dem feiernden Quartett: Harvey Weber, Simon Hanssen, Sven Frerichs und Ingo Weber begießen das 9:0 standesgemäß.


Heimkampf gegen Schirum-Ostersander, 28.1.18

Es kann losgehen: Der ganze Lütje Holter Pulk wartet auf den Anwurf von Christian Smid, dem Letztplatzierten der Mister Akelsbarg-Wahl 2016. V.l.:Thilo Adomat, Hendrik Bents (verdeckt), Matthias Lottmann, Steffen und Jan Lengert, Simon Hanssen, Ingo "Harvey" Weber, Sven Frerichs und Ragnar Hoffmann.

28.1.2018

 

"Flach werfen, hoch gewinnen". Dieses Credo offenbarte Holzwerfer Jens Ufken, der sich auch heute wieder während des Wettkampfes verbal vollkommen daneben benahm, im Vorgespräch mit Seniorenwerfer Gerhard Onnen als Leitsatz für den heutigen Spitzenwettkampf.

Vermutlich niemand in den Reihen der Westerender hätte Ende Oktober daran gedacht, dass es ziemlich genau drei Monate später am 14. Spieltag der Kreisliga an der Holzlooger Straße zum Spitzenkampf zwischen ihnen und Schirum-Ostersander kommen sollte. Nichtsdestotrotz empfing am heutigen Sonntagnachmittag tatsächlich der aktuelle Tabellenzweite den Spitzenreiter.

Die Roten hatten sich natürlich sehr viel vorgenommen, galt es doch zum einen die Schlappe aus der Hinrunde zu egalisieren und zum anderen die aktuelle Serie von zehn Begegnungen ohne Niederlage am Leben zu erhalten. Zudem reifte in den Köpfen der Burschen allmählich der fixe Gedanke, im Kampf um die Meisterschaft doch noch ein sehr gewichtiges Wörtchen mitzureden, wenn man das Verlustpunktekonto der Schirumer um zwei Punkte anschwellen lassen würde.

Tischlerprofi Christian Smid findet das Objekt seiner Begierde im Graben: Dat olle schwarte Deert.

Die Holzbrigade des Heimteams hatte sich vorgenommen, in den ersten zwei Runden nach dem Prinzip "Safety first" zu werfen und so schwor man sich gegenseitig, die eigenen Würfe mit etwas geringerer Fahrt, aber dafür wohl platziert auf die Strecke zu bringen. Einem frühen Rückstand wollte keiner hinterherlaufen, gerade die Erfahrung aus dem Kampf gegen Langefeld musste hierfür als mahnendes Beispiel herhalten.

Die Hausherren gingen mit derselben Formation wie beim 0-7-Gruppenerfolg in Pfalzdorf auf die Straße: Christian Smid warf an, Simon Hanssen sowie Jens Ufken folgten auf ihn und die fleischgewordene Nebelmaschine Sven Frerichs beschloss die Starting-4. Ingo "Harvey" Weber hatte es noch ein wenig im Rücken und konzentrierte sich aufs Anzeigen, Nachwuchswerfer Thilo Adomat kam ebenfalls nicht zum Einsatz.

Smid, der während des Einwerfens zum Entsetzen aller plötzlich über Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule klagte, lief an und setzte seinen Wurf wieder einmal tadellos in die Rille unterhalb der Mittellinie und schaffte es auf diese Art und Weise bis kurz vor die bekannte Einfahrt auf der rechten Straßenseite.

Da der Gastwerfer seinen Versuch quer über die Straße schoss, konnte der ostfrieische Jüngling auch gleich die Führung für seine Farben erobern. Nach einem ordentlichen Folgewurf, der aber nur knapp an Simon Hanssens Abwurfpunkt vorbeikam, legte der Überraschungs-Eier-Figuren-Fan, der seinen Kameraden vor dem Wettkampf stolz seine 8. Figur - einen Fußballschlumpf, dem leider das linke Bein fehlt - präsentierte, einen soliden Wurf nach und konnte die Führung auf dem gleichen Niveau halten.

Hat ein Herz für kaputte Sammlerstücke und bereitet sich in dieser Szene auf seinen Rekordwurf in Richtung Linksknick und der  anschließenden Kanalgeraden vor: Simon Hanssen.

Da auch Jens Ufken und Sven Frerichs sehr ordentliche Würfe folgen ließen, fand sich ihr Anwerfer schon im Rechtsknick wieder und konnte nach wie vor mit einer gewaltigen Führung im Rücken frei aufwerfen. Auch dieser Wurf gelang und es kam zu einem  sehenswerten Wurf von der Nummer 2 Lütje Holts. Simon Hanssen jagte die Kugel bis kurz hinter den Rechtsknick nach der langen Geraden und da die bis dato sehr gut werfenden Gäste jetzt ein wenig Nerven zeigten und ihren Wurf nach kurzer Straßenverweilzeit auf der anderen Seite im Graben verschwinden sahen, stand es 1-0 für die Rotgekleideten. Nach 1,5 Runden endlich die erlösende Führung.

Dem Team brachte sie auf jeden Fall sehr viel Sicherheit, auch wenn Jens Ufken mit dem anschließenden Wurf vor der Kanaleingangskurve aufgrund von 10 fehlenden Metern die Führung wieder abgab.

Man war wild entschlossen, ließ sich davon nicht beirren und hatte bereits am Ende des Kanals nach einem schönen Wurf von "Undeert" Simon Hanssen, wieder die Führung zurückerkämpft.

Der 35-Jährige war es dann aber wieder, der nicht so richtig Gefallen an der Führung seines Teams hatte und diese neuerlich auf der Geraden nach dem Kanal abgab, als er seinem Versuch ein wenig zu viel Finger mitgab.

Taktische Besprechung vor der Begegnung: Dirk Tunder und Steffen Lengert diskutieren, Jens Ufken steht teilnahms- und  vollkommen ahnungslos in deren Mitte. Matthias Lottmann (v.l.) hat bereits vorher resigniert. Im Hintergrund diskutiert Ingo Weber gerade mit seinem Zwillingsbruder Harvey über die Tücken der Nambu-Goto-Wirkung. Harvey klärt Ingo über die extrem komplizierte Polyakov-Wirkung auf. Dessen Intellekt scheitert leider an der Poincaré-Transformation.

Aber bereits nach Stine Uden, kurz hinter der Bushaltestelle, hatte man die Führung erneut durch Simon Hanssen zurückerobert und ließ es sich zudem nicht nehmen, dem 1. Vorsitzenden Manfred "Big M" Bents zum Geburtstag zu gratulieren als er auf Höhe seines Wohnhauses nach dem Zwischenstand fragte.

Das Großmaul Ufken stand jetzt also wieder da, wo er fast immer steht, wenn ein Heimkampf anliegt: Die berühmte und schwierige Stine-Uden-Kurve. Ingo "Harvey" Weber gab ihm noch spöttisch mit auf den Weg, dass es aufgrund des Rückstands von zehn Metern nahezu unmöglich wäre, wiederum die Führung abzugeben, nachdem er es doch mit seinen beiden Würfen zuvor meisterhaft geschafft hatte.

Der Mittdreißiger, der unter der Woche noch feierlich im Kreise des restlichen Teams seine Zirkumzision begangen hatte, ließ sich jedoch davon nicht beirren, gab dem schwarzen Spielgerät aus dem Stand einen ordentlichen Armschlag mit und brachte die Kugel damit fast bis auf die nachfolgende Gerade. Da sein Gegner die Aufgabenstellung weniger erfolgreich löste, stand es 2-0 für Rot. Der Trüllmeister hatte wieder einmal in seiner Lieblingskurve zugeschlagen.

Sven Frerichs, der sehr gut in den Wettkampf gefunden hatte, musste nun auf die Gerade werfen, versagte dabei aber relativ kläglich. Er setzte die Kugel viel zu tief, diese legte daraufhin noch 60 Meter am unteren Straßenrand zurück und verschwand zum Entsetzen seiner Teamkollegen im Graben.

Kurbelkönig Sven Frerichs bei der Arbeit. Christian Smid versucht sich darin, die Kugel zu dirigieren.

Doch nun folgte eine spielentscheidende Szene: Der Schirumer knallte seine Kugel derart unglücklich auf die Straße, dass sie direkt im Entwässerungsgraben  und noch einige Meter hinter der Wurfkatastrophe Sven Frerichs landete.

Doppelschlag für Lütje Holt. Oder anders ausgedrückt: 3-0.

Der junge Soldat haderte zwar noch immer mit seinem Wurf, wurde von seinen Jungs jedoch euphorisch für dessen "grandiose" Wurfleistung  lauthals gefeiert. Sogar der Ausdruck "Weltklasse" konnte auf der Holzlooger Straße vernommen werden, während die Köpfe der Blaugekleideten zu hängen begannen, hatte man doch noch 200 Meter weiter vorher nur 0-1 hinten gelegen.

Keine Frage: Die Stimmung in der Truppe war nach dieser vorentscheidenden Führung bestens, dennoch war man sich durchaus darüber im Klaren, dass man den Gegner keineswegs auf die leichte Schulter nehmen sollte, vor allem, weil man auch nicht wusste, wie sich die Gummifreunde gegen die stärkste Gruppe der Liga schlagen würden.

Mit drei soliden, aber nicht überragenden Würfen überbrückte man das Stück bis zur S-Kurve und nun sollte Sven Frerichs zum Wurf des Tages ansetzen.

Noch am Anfang der Linkskurve stehend, kurbelte er das Kunststoffspielgerät galant um die Straßenbiegung, schob diese genau auf die Straßenmitte und gab ihr eben soviel Fahrt mit, dass sie mit der folgenden Rechtskurve sogar noch mitfiel und ca. 20 Meter weiter auf der Geraden liegen blieb. Ein technisch hervorragend ausgeführter Wurf und da sein Gegner bereits auf der Geraden zwischen den beiden Kurven stand, ahnten seine Teamkollegen frühzeitig, dass dieser Versuch nicht erreicht werden sollte.

Das 4-0 für Lütje Holt war die logische Konsequenz und Gewaltschmieter Christian Smid brachte seine Jungs anschließend mit einem tollen Wurf über die Wende.

Stellt sich aktuell zusammen mit seinem sehr egozentrischen Bruder Harvey toll in den Dienst der Mannschaft: Alterspräsident Ingo Weber.

4-0 zur Wende - das hörte sich doch recht gut an aus Sicht der Westerender.

Der amtierende Tabellenführer hatte sich allerdings noch lange nicht aufgegeben und durchwarf die S-Kurve jetzt ebenfalls mustergültig. Nun war es wiederum Sven Frerichs, der die Führung in seinen Reihen halten wollte.

Von seiner Abwurfposition galt es dabei aber nur darum, größeren Schaden zu verhindern, da sich die Kugel der Gäste glücklich durch die abschließende Rechtskurve gemogelt hatte und nun schon ein ordentliches Stück auf der Geraden lag.

Da er zwar einen soliden Wurf machte, jedoch um 5 Meter scheiterte, wechselte die Führung die Seiten.

Es verstrichen jetzt einige Minuten, ehe Christian Smid zu seinem nächsten Kunststoffkugelbelastungstest ansetzen konnte, da zig Autos die Bahn versperrten und man überdies die Gummigruppen durchlassen musste.

Diese extrem lange Wartezeit tat dem Mann, der seine Nase mitten im Gesicht trägt, nicht gut und er fegte das schwarze Rund einmal lang rüber auf die andere Straßenseite. Sicherlich war dies kein unbefriedigendes Resultat, jedoch hatte er diesen Stand in der Vergangenheit auf jeden Fall schon sehr viel besser gelöst. Simon Hanssen schrubbte die Kugel nach dem Linksknick nach ca. 50 Metern oben raus und so sah sich Jens Ufken der Aufgabe gegenüber, 140 Meter zum Gegner aufzuholen, um das 1-4 zu verhindern.

Der Daumenliebhaber blieb ruhig, setzte den Wurf entspannt kurz über den Strich, woraufhin er sich sehr lange hielt und nach knappen 200 Metern kurz vor der Linkskurve zum Liegen kam.

Es stellte sich kurzfristige Zufriedenheit bei den Roten ein, denn der Werfer aus Schirum-Ostersander stand noch so weit weg vor dem Scheitelpunkt der Kurve, dass ein Trüllen unmöglich war, er überdies auch nicht mehr mit der vollen Kraft dem Verlauf der Biegung hätte folgen können.

Nun folgte jedoch Slapstick pur: Er warf viel zu hoch an, traf ein neugeteertes Stück am oberen Straßenrand, wodurch die Kugel ihre Richtung komplett veränderte, sich am oberen Rand des Linksknicks festbiss und tatsächlich ein gutes Stück auf die Gerade lief. Ein irrer Wurf und jedem im Heimteam war jetzt klar, dass Sven Frerichs das 1-4 nur mit einem enorm guten Wurf würde verhindern können.

Pure Gewalt und mehr Glück als Verstand: Die Lütje Holter schafften das Kunststück, mit vier Würfen vom Startpunkt rund 220 Meter vor der Stine-Uden-Kurve bis kurz vor das Ortsausgangsschild auf der Geraden zum Kanal zu gelangen - eine irre Wurfleistung, die logischerweise auch einen Schöt zur Folge hatte.

Das Bundeswehrmitglied lief an, setzte seinen Trüllwurf mustergültig auf die Straßenmitte und scheiterte tatsächlich nur um 3 Meter an der gegnerischen Kugel. Nun war es also soweit: Die wacker kämpfenden Gäste hatten den Anschluss gefunden, obwohl der Schlusswerfer Westerendes einen großartigen Versuch hingelegt hatte.

Doch jetzt kam es zu einem zweimaligen Akt roher Gewalt auf der Holzlooger Straße: Christian Smid warf die Kugel erst kurz hinter der Linkskurve stehend brachial ca.  200 Meter weit auf die nachfolgende Gerade, während Simon "So ward boßelt" Hanssen wenig später dann in seiner unnachahmlichen Manier ausholte und das Schwarz durch den Linksknick bis kurz vor das Ortsausgangsschild katapultierte.

Nachdem Christian Smid die Führung ergattert hatte, konnte sein Kompagnon sich infolgedessen zusammen mit den anderen Herzbuben über das 5-1 freuen. Nach dieser irren Show fiel der Jubel auch entsprechend groß aus.

Jens Ufken hatte dann wiederum die ungünstige Aufgabe, den Konter auf einen erstklassig drapierten Wurf der Gäste folgen zu lassen. Leider war deren Kugel schon ein gutes Stück mit der Rechtskurve gefallen und aus Sicht des Routiniers nicht oder nur mit sehr viel Glück zu erreichen.

Er lief an und warf völlig unorthodox und auch ein wenig unfreiwillig gegen den Bordstein der rechten Bushaltestelle. Der Wurf fing sich, lief am unteren Straßenrand weiter, zog sich ebenfalls ein wenig durch die Rechtskurve und scheiterte ebenfalls nur denkbar knapp an der Vorlage der Gäste; die Führung hatte also wieder die Seiten gewechselt. "Der Wurf war geil, aber lass die Scheiße", lautete der trockende Kommentar der Westerender Boßelbrüder, die das 2-5 schon vor dem geistigen Auge sehen konnten.

Gute Laune nach einer Sahnerunde und dem 5-1: Christian Smid, Simon Hanssen und Sven Frerichs (v.l.).

Doch so wie es auch in den letzten Wochen in der Holzgruppe lief, lief es auch heute wieder: Gab einer die Führung ab, behielt der folgende Werfer die Nerven und holte diese zurück. Zwar setzte Sven Frerichs die Kugel etwas zu tief, doch zog sich dieser noch ca. 150 Meter auf der unteren Straßenseite und da der gegnerische Werfer deutlich dahinter blieb, konnte Christian Smid nun mit Volldampf und der Führung im Rücken in Richtung Rechtskurve werfen.

Der Wahl-Auricher holte aus und schaffte es tatsächlich denkbar knapp, die Kugel durch die Kurve zu manövrieren und bereits auf die folgende Gerade zu setzen.

Schirum stand erneut vor einer extrem schwierigen Aufgabe und scheiterte um 10 Meter an dieser, worauf das 6-1 für das Heimteam verbucht werden konnte.

Jetzt war klar: Ein Puffer von 5 Schöts war ein großartiges Pfand, das im Normalfall für den Gesamtsieg reichen sollte. Es galt also, diesen Vorsprung über das Ziel zu retten.

Leider folgten 3 relativ jämmerliche Anstrengungen auf Seiten der Westerender, wodurch erneut die Führung verloren ging und diese auch bis zum finalen Wurf Jens Ufkens nicht wieder einen roten Anstrich erhalten sollte. Die Westerender wollten zu diesem Zeitpunkt schlichtweg zu viel und konnten froh sein, nicht das 2-5 schlucken zu müssen, da Schirum-Ostersander ebenfalls nicht mehr auf dem höchsten Niveau agierte.

Dann folgte also der finale Wurf des Wettkampfes. Der an Nummer 3 gestartete Werfer stand ca. 25 Meter hinter der gegnerischen Kugel  und gut 140 Meter vom Ziel entfernt. Es musste also ein Wurf von mindestens 175 Metern her, um die Führung für sein Team zurückzuerobern; auf dem flachen Schlussstück sicherlich nicht unbedingt die einfachste Übung.

Ingo Weber warf ihm noch kurz die Bemerkung "nur ein bisschen anwerfen" zu, woraufhin der Däumling nur mit "gar nicht" antwortete. Er lief an, setzte den Wurf nahezu gerade, dann kam der Daumen und die Kugel flog 10 Zentimeter neben der Grasnaht auf eine Weite von 194 Metern. Die Führung war zurück und neben den 5 Schöts konnte Holz sich über weitere 19 Meter freuen.

Ein weiterer toller Wettkampf der Holzköppe war zu Ende gegangen und man begab sich im nun strömenden Regen in Richtung Gummigruppe, auf die man erst nach der Kanalschlusskurve traf, um diese lauthals nach vorne zu preschen.

Gummiwerfer Dirk Tunder wurde unter der Woche die Sonnenbrille nach Erreichen des Weltrekords im Dauertragen operativ aus dem Gesicht entfernt. Zum Bedauern aller verzichtete der Sparkassen-Azubi aber zudem noch auf seine flauschig-niedlichen und extrem fluffigen Kuschelohrschützer, die in der Vorwoche noch für Furore  beim modeinteressierten Publikum gesorgt hatten.

Die Gummigurken hatten wieder einmal einen nervenaufreibenden Wettkampf erlebt. "El Capitano" Steffen Lengert wies bereits nach dem Kampf in Pfalzdorf daraufhin, dass er bald in die Klapsmühle eingeliefert werden müsste, wenn es mit der nervlichen Belastung in den Wettkämpfen so weiterginge. Seine Gummiboys hatten jedoch an diesem Tag große Lust, ihren Mannschaftsführer fortwährend zu quälen und zwischendurch musste man befürchten, dass man in der Karl-Jaspers-Klinik zu Wehnen bereits eine "Hab-mich-lieb-Jacke" für den Lehrarmtsstudenten zurechtlegen würde.

Schirum-Ostersanders Gummigruppe hatte auswärts bislang nur drei Punkte abgegeben und lag mit dieser Bilanz auf Platz 1 der Gruppentabelle. Vizekapitän und Brüllmeister Ragnar Hoffmann gab demgemäß im Nachgang bei Germann auch umunwunden zu, dass sich seine Gummikameraden vor dem Duell ein wenig in ihre Feinrippschlüpfer gemacht hatten. Es stand einfach zu viel auf dem Spiel für die Westerender.

Fokussiert bis ins Mark: Ragnar Hoffmann, seines Zeichens Origamimeister 3. Grades, offenbarte dennoch im Heimkampf einige  ungewohnte Schwächen, was auch ein wenig an seinen Rückenschmerzen gelegen haben könnte. Ein befreites Aufwerfen war für ihn dadurch leider nicht möglich.

Der mittelalte Pädagoge Lengert stand wieder einmal vor der Aufgabe, aus 3 Werfern einen für den begehrten vierten Startplatz in der Starting-4 zu erkiesen. Nach unzähligen Diskussionen mit diversen Werfern der Mannschaft, die ihm sicherlich die Entscheidungsfindung eher erschwerten als erleichterten, entschied sich Steffen für die Formation Dirk Tunder, Ragnar Hoffmann, seinen Bruder Jan und sich selbst als Schlusswerfer.

Hendrik Bents und Matthias Lottmann liefen mit, wobei der Erstgenannte ab Runde 4 für Jan Lengert, der seine starke Form aus den letzten Wettkämpfen leider nicht wieder aufrufen konnte, in den Wettkampf kam. Alle erinnern sich noch allzu gut an den Wettkampf gegen Langefeld, als der VW-Mitarbeiter durch eine Glanzvorstellung 3 Schöts erzielen konnte. Leider fehlte ihm gegen den Tabellenführer das nötige Fortune.

Die vier Jungs starteten nervös in den Wettkampf. Zwar landete Dirk Tunders Anwurf knapp hinter der Birke, doch ließen Ragnar Hoffmann und Jan Lengert ihre Würfe dann viel zu tief, wodurch die Führung verloren ging.

Der Schlusswerfer Lütje Holts war nun gefordert und lieferte: Er knallte die Kugel an die obere Straßenkante, überbrückte so 200 Meter und konnte sich über den Rückgewinn der Führung freuen.

Leider gönnte sich der Westerender Anwerfer daraufhin vor dem Rechtsknick  stehend einen werferischen Fauxpas und die Führung war schon wieder weg. Ostersander wollte die Schwäche der Lokalmatadoren nutzen und legte eine Granate vor, die Ragnar Hoffmann nur knapp kontern konnte. Nachdem dann jedoch eine weitere Bombe gezündet wurde, konnte Westerende in der Gestalt von Jan Lengert nicht mehr die passende Antwort liefern und scheiterte um genau einen Meter an der Verhinderung des Rückstandes.

Steffen Lengert, der an diesem Tag die beste Leistung mit der roten Kugel zeigte, wollte sich das unprofessionelle boßlerische Gestammel seiner Kameraden nicht länger tatenlos ansehen und so zauberte er ca. 180 Meter vor der Kanaleingangskurve stehend ein besonders hübsches Kaninchen aus dem imaginären Zylinder.

Mit etwas Wut im Bauch lief der bekennende Menschenfreund etwas links der Straßenmitte an, jagte seinen Wurf unten durch den Rechtsknick und schaffte es sogar, die Kugel mittels Grünstreifenbegehung und Fahrradwegnutzung auf die Kanalgerade zu bringen. Ein toller Wurf, der neben der Führung auch den Ausgleich zur Folge hatte.

Dieser Wurf war sicherlich ein Dammbrecher für die Roten. Ab sofort kamen auch alle anderen Gummiwerfer besser in die Partie. Deren Nervosität hatte sich glücklicherweise gelegt.

Eine Familie hält zusammen: Männer III-Allzweckwaffe Reemt Lengert und dessen Schwiegervater Gerhard Onnen, der die Spielberichte der Männer I mit Vorliebe auf seinem überdimensionierten Smart-TV liest, begutachteten mit Argusaugen, was die beiden jüngsten Sprösslinge der Familie  und deren Teamkollegen mit dem übergroßen Flummi anstellten.

Der Kanal konnte auf beiden Seiten mit eher schmeichelhaften drei Würfen passiert werden. Westerende behielt die Führung weiterhin in den eigenen Reihen.

Circa 80 Meter vor dem Rechtsknick in Richtung Stine Uden zauberte Ostersander mit einem sehr gefühlvollem Wurf ein Kunststück auf die Straße und konnte so knappe 100 Meter auf der folgenden Geraden zurücklegen. Dirk Tunder war klar, dass dies nachzuahmen zu risikohaft  und im Falle des Misslingens mehr als nur die Führungsabgabe die Folge wäre.

Westerende entschied sich dazu, auf Nummer sicher zu gehen und eher kraftvoll als riskant werfen zu lassen. Die Führung würde zwar verloren gehen,  der nachfolgende Ragnar Hoffmann wäre  jedoch zumindest gut platziert. So geplant, so getan. Die Führung ging zu den Blauen über, Westerende konnte aber noch sehr gut damit leben.

Hendrik Bents warf dann auf Höhe seines Elternhauses etwas zu hoch, traf aber die Bushaltestelle sehr glücklich und konnte Steffen Lengert kurz vor dem Eingang in die Stine-Uden-Kurve drapieren.

Leider hatten die vier Burschen aber die Rechnung ohne die Schirumer gemacht. Diese trafen ihren Wurf optimal, nahmen die komplette Kurve in einem Stück und landeten gar 100 Meter später auf der Folgegerade.

Hendrik Bents hat einen vollkommen ungewöhnlichen Wurfstil, mit dem er die Nerven seiner Kollegen oftmals extrem strapaziert. Auch am heutigen Tag leistete er sich wieder eines seiner berühmten "Volleier", konnte im Nachgang dann aber wieder zeigen, was er boßlerisch drauf hat. Kurz vor dieser Szene musste Lütje Holt das 3-3 hinnehmen.

Steffen Lengert ahnte bereits, dass er das 1-2 nicht wird verhindern können, wollte aber zumindest das Risiko minimieren, ein 1-3 hinnehmen zu müssen. Infolgedessen entschied er sich für den Trüllversuch, dieser gelang und stellte Dirk Tunder auf die Gerade in Richtung Rechtsknick.

Der Rückstand war also wieder da, jedoch wechselte die Führung schon wieder die Fronten, da plötzlich Ostersander leichtfertig an Boden verlor und die auf den Plätzen 1 und 2 startenden Lütje Holter die Strecke sehr ordentlich überbrückten.

Hendrik Bents gönnte sich dann eine seiner schon fast klassischen Auszeiten, semmelte die Kugel nach 30 Metern in den Graben und schon war die Führung wieder bei Ostersander.

Als man kurz vor der S-Kurve auf die Holzgruppen traf, stand ein innerlich vor Wut kochender Steffen Lengert nun auf der Geraden vor der S-Kurve. Er jagte das Spielgerät souverän in Richtung Linkskurve und da die Gegner einige Meter dahinter bleiben, waren die Männer aus Holzloog plötzlich wieder nah am 2-2.

Beide Mannschaftsteile tauschten sich kurz aus und sprachen sich aufmunternde Worte zu und vor allem die Gummitruppe schien tatsächlich neuen Mut zu fassen.

Dirk Tunder durchwarf dann mustergültig die S-Kurve und es machte sich bereits Hoffnung beim Team in Sachen Ausgleich breit. Doch Schirum konternte erneut gekonnt und so musste Geduld der Hoffnung weichen.

Wiederum war es dann der Mannschaftsführer, der mit gutem Beispiel voranging und den ersten Wurf der Rückrunde tapfer in Richtung S-Kurveneingang knallte. Das Ding überbrückte ein ordentliches Stück bis zum Kurveneingang, der Konter der Gäste blieb aus und Lütje Holt glich zum zweiten Mal in dieser engen Begegnung aus.

War zu Beginn des Kämpfes  und mitten drin doch recht säuerlich: Steffen Lengert, der in seiner Freizeit gerne Schnitzel paniert. Matthias Lottmann und  Dirk Tunder (l.) präparieren sich.

Die Roten waren nun richtig hungrig nach Erfolg, vor allem weil sie von ihren Holzkollegen permanent via Whatsapp über deren Ergebnis informiert wurden. Diese führten mittlerweile mit 5-1. Klar, dass sich die Gummigruppe da nicht so leicht abhängen lassen wollte; auch wenn man attestieren muss, dass sie bei der Betrachtung der Gruppenstatistiken den deutlich stärkeren Gegner hatten.

Da Ragnar Hoffmann die S-Kurve wunderbar gemeistert hatte, stand Hendrik Bents nun ausgangs der S-Kurve und fasste sich ein Herz. Der Wirtschaftsstudent, der in seiner Freizeit gerne häkelt und Silberfische züchtet, jagte das rote Rund in Richtung Linksknick. Hier kam es dann zu einem Schockmoment: Aus der Querstraße vor der leichten Linkskurve kam ein Traktor mitsamt Anhänger. Die Gefahr war sehr groß, dass der Wurf einen der unzähligen Reifen des Gespanns treffen würde. Der gesamte Gummikader bangte und wie durch ein Wunder lief die Kugel  passgenau unter dem Anhänger durch und kurze Zeit später stand es 3-2 für die Roten, da Schirum dahinterblieb.

Westerende hatte es tatsächlich geschafft, gegen den leicht favorisierten Gegner in Führung zu gehen.

Doch anstatt nun nachzulegen, setzte sich das Zitterspielchen aus der Hintour setzte sich nun weiter fort: Dirk Tunder und Ragnar Hoffmann brachten es im Anschluss dann fertig, ihre Würfe vor bzw. in der Kurve unvermittelt in den Graben zu knallen. Die Führung war also wieder einmal futsch.

Hendrik Bents stand nun völlig konsterniert ohne Blick auf das gerade Ende in der Kurve und musste zaubern. Und wie er zauberte: Irgendwie zwirbelte er die Kugel gegen den Bordstein derBushaltestelle, nahm noch ein gutes Stück Rasenkante mit und schließlich blieb die Kugel kurz vor dem Lärchenweg liegen. Aus seiner misslichen Lage hatte er tatsächlich die Führung zurückerobert.

Vereint in Richtung Ziellinie: Konträr zur Holzabteilung des Gästeteams, ließen es sich Lütje Holts Holzköppe nicht nehmen, ihre Gummikameraden im strömenden Regen nach vorne zu peitschen. In dieser Szene erwartet Ragnar Hoffmann (r.) den Wurf von Dirk Tunder, Thilo Adomat (l.) und Sven Frerichs bangen mit. Mr. Tunderstruck traf seinen Wurf im Übrigen optimal und legte die Kugel ein gutes Stück auf die Zielgerade.

Das Wechselspiel der Gefühle ging weiter: Steffen Lengert gab die Führung nach einem zu tief gelassenen Wurf wieder ab, Dirk Tunder jagte das Teil danach aber ca. 80 Meter weit auf die Gerade nach dem Linksknick. Doch da der Tabellenführer mustergültig konterte, behielten diese die Führung.

Ragnar Hoffmann und sein Kontrahent hatten nun also die Aufgabe, den nachfolgenden Werfer auf der Kanalgeraden zu werfen. Dramaturgisch wertvoll trafen beide exakt denselben Brückenpfeiler. Beide Teams kämpften verbissen, soviel war klar.

Der Sohn des 1. Vorsitzenden warf den Gummiball dann grob in Richtung Gewässer, dieser konnte aber bravourös von einem Ostersander Werfer vor dem Ertrinken gerettet werden.

Steffen Lengert versuchte nun, die restliche Kanalstrecke zu überbrücken. Der Wurf startete gut, hielt sich lange am oberen Rand der Straße, stieg dann aber tatsächlich noch zum Entsetzen der jubelnden Menge nach 170 Metern oben aus.

Die Gäste setzten ihren Wurf kunst- und gefühlvoll auf die Kanalanschlussgerade und nun stand der Sohn von Detlef Tunder nun vor der schwierigen Aufgabe, rund 80 Meter vor dem Kurvenscheitelpunkt stehend, die gegnerische Kugel erreichen zu müssen.

Wie bereits zweimal zuvor im Wettkampf, entschied man sich für die sichere Variante und schluckte das 3-3 tapfer, wohlwissend, dass Ragnar Hoffmann nun frei auf die Gerade werfen konnte.

Ausgelassene Freude nach dem 5,114-0 Sieg gegen den bisherigen Tabellenführer: Jens Ufken, Dirk Tunder und Simon Hanssen lassen ihren Gefühlen freien Lauf.

Nun kamen die feierwütigen Holzburschen also angelaufen und feierten jeden Wurf der Vereinskameraden, egal ob ge- oder misslungen. Zu diesem Zeitpunkt war längst klar, dass das Ding in trockenen Tüchern war und man sich zumindest zeitweise an die Tabellenspitze wird setzen können.

Dirk Tunder schaffte es nach dem Linksknick sogar noch, die Führung zurückzuerobern. Da Ragnar Hoffmann und Hendrik Bents ihre Schlussaufgaben souverän bewältigten, konnte sich Gummi am Ende über ein Unentschieden mit 95 gewonnenen Metern freuen.

Eine Zitterpartie hatte einen glücklichen Ausgang gefunden und die Rotgekleideten waren nun in absoluter Feierlaune.

Mit nun 58-18 Schöts bei 20-8 Punkten ziert Westerende zum ersten Mal in dieser Saison die Spitze der Kreisliga-Tabelle. Schirum kann aber bereits am Samstag wieder die alten Verhältnisse wiederherstellen, wenn sie den Tabellenletzten aus Middels zum Nachholheimkampf erwarten. Bis dahin freut sich ganz Westerende an der tollen Heimbilanz von 13-3 Punkten, denen 7-5 Auswärtspunkte gegenüberstehen. Besonders erfreulich ist dabei, dass beide Gruppen ihren Teil dazu beitrugen: Sowohl Holz als auch Gummi kommen bislang auf 17-11 Punkte, Holz weist ein Schötverhältnis von 35-7 auf, die etwas minimalistischer agierende Gummigruppe kommt auf 23-10 Würfe.

Am kommenden Sonntag muss Westerende dann zum Nachbarn nach Moordorf reisen, die heute überraschenderweise mit 0-1 in Middels verloren und ihre Gäste mit einer gewaltigen Wut im Bauch empfangen werden. Lütje Holt wird nach dem 6. Sieg in Folge mit sehr viel Selbstbewusstsein antreten und versuchen, die Serie ohne Niederlage auf 12 Partien auszubauen.

Lächeln fürs Siegerfoto bei Germann: Harvey und Ingo Weber sowie Simon Hanssen und Harvine Weber (v.l.), die Halbschwester der Zwillinge.

-ju- (Informationen zu Gummi: Steffen Lengert)


Auswärtskampf gegen Pfalzdorf II, 21.1.18

Gute Stimmung vor dem Wettkampf in der Pfalzdorfer Nebelsuppe: Thorsten Wienekamp, Simon Hanssen, Matthias Lottmann, Sven Frerichs, Ragnar Hoffmann, Jan Lengert und Hendrik Bents (v.l.) quatschen sich warm. Kapitän Steffen Lengert beobachtet die anderen Pfalzdorfer Mannschaften und deren Gegner am Start der Strecke.

21.1.2018

 

"Hier ist es ja so nebelig wie in meiner Unterhose." Mit diesen markanten Worten leitete Holzwerfer Simon Hanssen, dessen Ü-Eier-Figuren-Sammlung unter der Woche aufgrund von Zeitmangels nicht auf ein achtes Exemplar erweitert werden konnte, das Einwerfen auf dem Pfalzdorfer Geläuf, rund 2 Kilometer vor dem eigentlichen Abwurfpunkt, ein. Um nicht aufgrund der extrem schlechten Sichtverhältnisse von einem der zahlreichen Milchtanklastwagen überrollt zu werden, entschieden sich die Lütje Holter kurzerhand dazu, alles an vorhandenen Warnwesten überzustülpen und sich gegenseitig laut brüllend vor herannahenden Autos und Kugeln zu warnen. An diesem Tag hätte es vermutlich auch keinen gewundert, wenn der Wettkampf abgesagt worden wäre.

Aufgrund des extrem engen Terminplans, der auf die hohe Anzahl von 12 Teams in der Liga zurückzuführen ist, verlor man jedoch keinen ernsthaften Gedanken an eine Verschiebung. Im Gegenteil: Nach 9 Partien ohne Niederlage brannten die Burschen in rot förmlich vor Gier nach Erfolg.

 

Die beiden Anwerfer unter sich: Christian Smid (l.) und Sonnenbrillenguru Dirk Tunder, der zudem ein modisches Highlight mit seinen niedlich-flauschigen Ohrwärmern setzte, sind guter Dinge vor dem Start. Irgendwie wirken die beiden Herren auch merkwürdig vertraut.

Simon Hanssen (unten links)  ruht sich vor dem Sturm noch ein wenig aus.

I

Die Holzdivision legte in der Formation Christian Smid, Simon Hanssen, Jens Ufken und Sven Frerichs los. Thorsten Wienekamp, der nach langer Abstinenz mal wieder mit an Bord war, begleitete seine Jungs die gesamte Partie über, verzichtete aber trotz mehrfacher Angebote auf einen Einsatz zum Ende der  Begegnung, um seine Burschen nicht aus dem Rhythmus zu bringen.

Christian Smid gallerte seinen Anwurf sehenswert über die Straße, ihm taten es seine drei Teamkollegen gleich, sodass man bereits nach Runde 1 eine ordentliche Führung herausgeworfen hatte. Schöt Nummer 1 war nur eine Frage der Zeit, da das Team souverän Wurf um Wurf abspulte und sich sehr früh ein Wurftkraftvorteil für Westerende abzeichnete.

Dann kam die berühmte 90°-Rechtskurve. Simon Hanssen hatte einen schönen Wurf gezeigt, jedoch blieb die Kugel kurz vor dem Kurvenscheitelpunkt liegen, da sie zu diesem Zeitpunkt bereits ein ordentliches Stück zurückgelegen musste. Das Heimteam stand etwas näher vor der Kurve und so kam, was von einem Heimteam kommen muss: Der Pfalzdorfer setzte seinen Wurf optimal und das schwarze Rund durchlief die gesamte Kurve.

Jens Ufken, der es in der letzten Woche geschafft hatte, 15 Iboprofen-Tabellen an 5 Tagen zu essen, um seinen entzündeten Ischiasnerv nach rund 8 Wochen endlich in den Griff zu bekommen, stand nun vor der entzückenden Aufgabe, bereits im Kurvenbeginn stehend, die ganze Kurve zu durchwerfen und noch ca. 60 weitere Meter bis zum wartenden Gegner zu überbrücken.

Ein Ding der Unmöglichkeit von seinem Standort aus. Er entschied sich dazu, die Kugel mit einem harten Daumen durch die Kurve zu jagen, nachdem er die "Fahrradweg-Option" bei eigener Führung für nicht notwendig und zu risikolastig gehalten hatte.

Sein Wurf legte einige Meter in der Kurve zurück und stellte seinen Nachfolger Sven Frerichs fast auf die Folgegerade.

Der Mann, der aus dem Nebel kam: Christian Smid zieht ab und knallt die Kugel sehenswert durch die Linkskurve. Die Belohnung: Der Ausgleich.

Nun kam es zu einem taktischen Fehler bei den Roten: Sven Frerichs, Simon Hanssen und Christian Smid diskutierten vermutlich ein bisschen zu lange den folgenden Wurf des jungen Soldaten und gerieten darüber sogar in einen kurzzeitigen Streit, weil es jeder natürlich besser wusste als der andere.

Der berüchtigte Heißsporn reagierte auf seine Art und Weise und warf die Kugel so, wie es keiner der drei Wortgefechtler sehen wollte: Nach ca. 40 Meter landete sie im Graben. Ein jämmerlicher Wurf und nach einem ansehnlichen Versuch des Heimteams stand Christian Smid nun vor der an diesem Tag noch sehr ungewohnten Aufgabe, ein Schöt zu verhindern.

Der Nachwuchstischler und Hobbyastrologe setzte seinen Wurf mittig, doch konnte sich sein dominanter kleiner Finger wieder einmal gegen seinen devoten Daumen durchsetzen und es stand 0-1 aus Sicht der Westerender. Ein Rückstand, der kurzzeitig für noch mehr Frust sorgte.

Nach einer kurzen Ansprache des mit 35 Jahren tagesältesten Werfers Jens Ufken beruhigten sich die Gemüter wieder und Sven Frerichs und Simon Hanssen umarmten sich sogar dankenswerterweise.

Simon Hanssen lieferte solide ab und der Hobbyinvalide war es dann, der mit gutem Beispiel voran ging, seinen Wurf zwar nur etwas unterhalb der Mittellinie setzte, aber ihn dennoch über mehr als 150 Meter über die Straße in Richtung Wallinghausen schickte.

Dies war ein wenig zu weit für die Blauen und die Führung war wieder auf der Seite des Auswärtsteams.

Sven Frerichs machte heute gefühlt immer wieder denselben Wurf, da er bis auf eine Ausnahme nur auf den Geraden zum Einsatz kam. Bis auf den missglückten Kurvenwurf gelangen ihm alle anderen Würfe aber auch hundertprozentig. Generell erwischten alle Holzköppe einen Sahnetag und gleichten kleinere Schwächen der Teamkameraden umgehend wieder aus.

Christian Smid stand jetzt ein kleines Stück vor der nächsten Linkskurve und musste seinen Wurf mit voller Wucht unten durch die Biegung jagen, damit dieser zu einem guten Versuch werden würde. Er löste seine Aufgabe optimal, traf gar noch die Bordsteinkante in der nachfolgenden, unteren Bushaltestelle und es stand 1-1.

Simon Hanssen war jetzt wieder glücklich und wenn er glücklich ist, dann legt er richtig los.

Er setzte die Kugel oben an den Straßenrand, sie tanzte etliche Meter direkt neben der Grasnaht, stieg plötzlich nochmal nach rund 180 Metern und verließ die Straße dann tatsächlich noch am oberen Ende. Ein äußerst gewaltvoller und sehenswerter Wurf, der sicherlich ein schöneres Ende verdient gehabt hätte. Der ersten Enttäuschung folgte aber die Freude über das 2-1. Die Gegner hatten ihr Spielgerät einmal quer über die Heimstrecke gejagt und so war Lütje Holt zum ersten Mal in Führung. Da die Gummigruppe sich zu diesem Zeitpunkt direkt dahinter aufhielt, verstärkte sich der Schötausruf entsprechend.

Westerende legte nach und zimmerte Wurf um Wurf über die lange Gerade, doch das Heimteam tat es ihnen nach, nutzte dabei vor allem ein ums andere Mal die Rille und konnte dadurch etwaige Fahrtnachteile ausgleichen.

Dann fasste sich das Berufsgroßmaul Jens Ufken ein Herz und knallte seinen Wurf mit Daumen direkt oben an die Straßenkante. Nach ca. 200 Metern verließ dieser den Asphalt und man wartete gespannt auf den Heimwerfer, der ungefähr 150 Meter überbrücken musste, um einen Schöt zu verhindern. Er schaffte es um genau einen Meter, Vorentscheidung vertagt, und zwar um genau einen Wurf.

Thorsten Wienekamp war begeistert von seinen Männern. Er wollte deren Galavorstellung nicht unterbrechen und verzichtete auf einen Einsatz.

Es folgte der Wurf von Sven Frerichs. Er lief an, setzte seinen Wurf goldrichtig knapp unterhalb der Mittellinie und kurbelte ihn mit Daumen an den oberen Straßenrand. Auch sein Geschoss legte rund 200 Meter zurück und dann klingelte es endlich zum 3-1.

Der Gast hatte sich warm geworfen, nein, man konnte spätestens jetzt von einem Rausch sprechen.

Nachdem Ü-190-Zentimeter-Mann Christian Smid, der zudem auch eine beachtliche Körpergröße vorweisen kann, noch einen sehenswerten Wurf über die Wende gemacht hatte, war es dann an Simon Hanssen, eine Rakete zu zünden.

Er tat es. Und zwar nicht zu knapp.

Auch er setzte die Kugel oben an den Rand der Straße, dort hielt sie sich partout und überbrückte wieder mehr als 200 Meter auf diese Art und Weise. Dies war wiederum zuviel für Pfalzdorf und das 4-1 war im Sack.

Der an diesem Sonntag endlich wieder nahezu schmerzfrei aufwerfende Jens Ufken wollte nun auch endlich beim Schötreigen mitmischen und nutzte die Möglichkeit zu einem Risikowurf, als die Kugel des Gegners nur ca. 30 Meter an seinem Abwurfpunkt vorbeizog. Mit Sven Frerichs hatte er zuvor besprochen, in so einem Fall alles in den nächsten Wurf zu setzen, um die nächste Schötchance zu kreieren. Das ansonsten eher daumenlastige Brülltalent setzte die Kugel auf die Mitte der oberen Straßenhälfte, diese  erwischte eine Rille und legte dadurch einen geschätzten Viertelkilometer zurück. Die Folge: 5-1 und der erste Tageschöt für den Mann mit dem perfekt sitzenden Thermotanga.

Jens Ufken bejubelt hier das 8-1 durch Simon Hanssen. Von diesem Stand aus machte er den letzten Wurf des Tages in der Holzkonkurrenz und konnte noch bordsteingeschwängerte 55 Meter für sein Team sichern.

Das Ding war also gegessen, doch wusste man, dass es bei Gummi deutlich enger war und deswegen ging es konzentrierter weiter zu Werke. Zwar gab man im gesamten Wettkampf ein ums andere Mal die Führung ab, doch wurde dies wenige Würfe später wieder ausgeglichen und in eine eigene Führung umgekehrt. Der Holzgruppe gelang über weite Strecken der Begegnung eine taktisch einwandfreie und vor allem konzentrierte Topleistung.

Nun ging es also wieder in den kurvigen Zwischenbereich der Strecke.

Nachdem Simon Hanssen seinen Wurf sehr anständig in die 90°-Kurve gesetzt hatte und nur um zwei Meter am 6-1 gescheitert war, hatte Jens Ufken wiederum die Aufgabe, noch in der Kurve stehend auf die nächste Gerade zu werfen. Ein Déjà-vu, doch dieses Mal sollte er nicht die Führung abgeben. Er lief ganz oben an, setzte die Kugel etwas unterhalb der Straßenmitte, gab dem Wurf extrem viel Finger mit, wodurch dieser an den linken Rand der Straße zog. Das Spielgerät verließ die Straße nach ca. 100 Metern und führte seinen Weg auf dem Fahrradweg fort. Ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis, zumal der Pfalzdorfer am Strich anlief und die Kugel schlichtweg oben aus der Straße ballerte. Nun war es also da, das 6-1 für Westerende.

Simon Hanssen erwischte ebenfalls einen Sahnetag und durfte gleich mehrfach "So ward boßelt" über den Asphalt bölken.

6-1 und man befand sich bereits auf der Zielgeraden. Christian Smid schien das zwischenzeitliche Ergebnis zu langweilen und so packte er wiederum ein Unding aus und überwand ebenfalls den berühmten Viertelkilometer. Die wackeren Pfalzdorfer kämpften, mussten sich dieser Vorlage aber erneut geschlagen geben und schon rappelte es wieder im Karton: 7-1 für Rot.

Simon Hanssen stand nun ca. 260 Meter vor dem Ziel und man konnte in seinen blauen Augen ganz klar ablesen, dass er dieses genauestens anvisiert hatte. Wohlwissend, dass er den Bordstein am oberen Straßenrand als seinen Freund und Helfer nutzen könnte, legte er nochmals alles in seinen Wurf und blieb zur Freude von Jens Ufken, der seinerseits ebenfalls noch gerne im Bordsteinbereich werfen wollte, genau 5 Meter vor dem Ziel liegen. Die Freude beim 35-Jährigen und dem Rest des Teams wurde dann nochmals potenziert als die Pfalzdorf die Kugel wiederum nicht erreichten und sich das 8-1 für Westerendes Holzgruppe manifestierte.

Diesen Sahnetag durfte also Jens Ufken beschließen, der abschließend all seine Kraft zusammennahm, die Kugel stramm in Richtung Bordstein fetzte, diesen optimal traf, nach ca. 100 Metern an der Kugel des Gegners vorbeikam und 55 Meter später im Graben liegen blieb. Ein solider Abschluss eines unfassbar diszipliniert geführten Wettkampfes, an dem alle vier Westerender Werfer Topleistungen aufwiesen.

Seine Sonnenbrille hat integrierte Nebelscheinwerfer: Gummimann Dirk Tunder zeigte eine solide Leistung, verspekulierte sich jedoch bei einer Rille komplett.

Die Gummigurken gingen mit Dirk Tunder, Ragnar Hoffmann, Matthias Lottmann und Steffen Lengert in den Auswärtskampf. "Lotti" Lottmann alias "Der Postbote, der auch gerne mal dreimal klingelt", hatte sich aufgrund seiner starken Einwurfleistung in die Starting 4 der Truppe gemogelt, Hendrik Bents und Jan Lengert hatten dadurch das Nachsehen, waren jedoch keineswegs missmutig diesbezüglich. Generell ergibt sich seit längerem die Problematik in Gummi, dass sich 3 Werfer um den vierten Startplatz in Gummi streiten. Ein wahres Vabanquespiel für "El Capitano" Steffen Lengert, sich zusammen mit den anderen beiden Stammwerfern,aus diesem Trio immer den Werfer mit der besten Tagesform herauszusuchen.

Nachdem Holz erfolgreich aus den Startlöchern gekommen war und einen kleinen Sicherheitsabstand zum Startpunkt erreicht hatte, begab sich Dirk "Tunderstruck" Tunder an den Abwurfpunkt und legte los.

Sein Wurf war sehr ordentlich und bescherte seinen Farben gleich die Führung. Bis zur ersten Kurve entwickelte sich schnell ein Wettkampf auf Augenhöhe, wobei auf beiden Seiten in dieser Frühphase exzellente Weiten gezeigt wurden.

Die Gummiburschenbande macht sich auf den Weg in Richtung Wallinghausen: Steffen Lengert, Ragnar Hoffmann und Hendrik Bents (v.l.) sind frohen Mutes. Im Hintergrund unterhält sich Holzkopp Christian Smid mit Vollblutpostbote Matthias Lottmann (v.l.).

Vor der Rechtskurve gab Matthias Lottmann dann jedoch die Führung ab, da er die Kugel zu weit auf der linken Straßenseite platzierte, wohingegen Pfalzdorf die Kurve voll durchwarf und den übergroßen Flummi auf die Anschlussgerade drapierte.

Steffen Lengert unterschätzte dann mit seinem "guten-Armschlag-Wurf" dann die Länge und das Gefälle der Kurve, sodass sein Wurf zwar nur einen halben Meter vor der des Gegners liegenblieb, dies jedoch nicht ausreichte, um das 0-1 hinzunehmen. Beide Westerender Mannschaftsteile hatten also an ähnlicher Position den frühen Rückstand hinnehmen müssen. Bis hierhin war man sich noch erschreckend einig.

Danach entwickelte sich ein durchgehend spannender, energiegelandener Wettkampf, wobei Pfalzdorf versuchte, Westerende durch lautstarke Kommentar zu verunsichern. Doch wenn ein Team laut brüllen kann, dann sind es die Lütje Holter und folglich ging daraus nicht nur boßlerisch ein Kampf auf Augenhöhe hervor, sondern auch ein verbal geführter.

Die Beinstellung hat er vom Origami übernommen. Ragnar Hoffmann war wieder einmal eine Bank, vermutlich sogar der konstanteste Werfer in Gummi.

Die noch durch das lange Warten auf den Wettkampfstart - vor den Männer I-Teams starteten die Landesliga-Teams der Männer II und III in ihre Begegnungen - anfangs leicht unterkühlten Westerender fanden immer besser in das Duell und waren spätestens nach der dritten Runde im Wettkampfmodus angekommen.

Bis zur Wende warfen beide Teams konzentriert, jedoch ohne merkliche Bewegung in den Spielstand zu bringen. Ungenauere Bemühungen der einen Seite blieben folgenlos, da die passende Antwort der Gegenseite ausblieb.

Kurz vor der Umkehr konnte Westerende dann aber zumindest die Führung zurückerobern und war somit nur noch rechnerisch ein paar Meter im Rückstand. Dummerweise mussten die Pfalzdorfer als führende Mannschaft noch über die Wende werfen und übertrafen diese um sage und schreibe 200 Meter.

Matthias Lottmanns Versuch blieb zu kurz und die gerade gewonnene Führung war wieder zerronnen.

Auf der sehr fingerlastigen Rücktour drehten die Westerender Werfer, die allesamt die Fingerseite favorisieren, nun auf und zeigten durch Steffen Lengert, der nach einem schwachen Start auch zwischendurch immer wieder die ein oder andere Unsicherheit offenbarte sowie Dirk Tunder sehenswerte Würfe, die teilweise sogar die 300-Meter-Marke übertrafen.

Frei nach Frank Zander: "Ihr kennt Elvis, ihr kennt Prince, ihr kennt Helmut Kohl, ihr kennt Heino. Stopp! Aber es gibt einen, den kennt ihr noch nicht! Seid ihr heiß drauf? Hier kommt Dirk, hier kommt Dirk, seit der Geburt heiß ich Dirk, hier kommt Dirk, Mister Knackig hart wie Stahl..."

Dirk Tunder aka Mr. Tunderstruck genießt den Wettkampf, auch wenn man dies nicht erkennen kann. Im Hintergrund ist Jan Lengert zu sehen.

Leider konnte Pfalzdorf immer wieder erstklassig kontern, sodass auch nach sehr guten Würfen vorerst immer nur die Führung als Lohn blieb.

Dann kam das Teilstück bei den beidseitigen Bushaltestellen, wo man sich bekanntermaßen im Vorfeld eingeworfen hatte. Nach einer erneut perfekt abgespulten Runde folgte der langersehnte Ausgleich durch Matthias Lottmann.

An diesem Tag war jedoch irgendwie der Wurm drin und so gab man sofort wieder die Führung ab.

Dank der modernen Medien, wusste man indes, dass Holz aber immer mehr den eigenen Vorsprung ausbaute, sodass der Lieferdruck ein wenig von der Gummigruppe Lütje Holts abfiel und man entspannt aufwerfen konnte. Das Team wusste, dass der Auswärtssieg so gut wie sicher wäre, unabhängig vom eigenen Ergebnis.

Nach der tückischen Linkskurve sackte die Konzentration der Truppe dann vollends auf ein recht erbärmliches Niveau ab. Infolgedessen musste man nach einem desaströsen Wurf Matthias Lottmanns, der die Kugel unten im Graben versenkte, anstatt den Bordstein auf der anderen Straßenseite zu nutzen, mit dem vorletzten Wurf das 1-2 hinnehmen. Von einem Mann, der in der Vergangenheit schon mit Fäustlingen geboßelt hat und sich immer an der Grenze zum Wahnsinn bewegt, darf so etwas aber auch gerne mal hingenommen werden.

Dennoch konnte Lotti in diesem Wettkampf positiv überraschen und seine aufsteigende Formkurve unter Beweis stellen. In der Vergangenheit war er immer wieder die Wundertüte der Truppe, konnte er doch drei Würfe in Serie über 200 Meter fabrizieren und dann im Nachgang mit weiteren drei Würfen nicht mal 100 Meter erreichen. "Er scheint allmählich durch häufigere Einsätze Konstanz in sein Boßling zu bekommen. Zudem sieht einfach auch unverschämt gut aus", diagnostizierte man unisono.

Schwebt elfengleich zum Abwurfpunkt: Steffen Lengert zieht es vor, den größten Teil eines Wettkampfes in der Luft zu verbringen, um den Abrieb seiner Schuhe möglichst gering zu halten. Dies gelang ihm wieder einmal hervorragend.

Nun war es also Steffen Lengert, dem es oblag, die drohende Niederlage seiner Abteilung noch in ein Unentschieden zu wandeln oder mit wehenden Fahnen unterzugehen. Um den Wurf auch möglichst tadellos und druckfrei erledigen zu können, wurde er vornehmlich von seinen Holzkollegen noch einmal komplett freundschaftlich durchbeleidigt. Zudem einigte man sich darauf, dass er dem Druck eh nicht Stand halten könne und teilte ihm dies unverblühmt mit.

Der Mannschaftsführer der Roten schien diese negative Motivation zu benötigen, denn er ließ sich kein Stück dadurch beirren und donnerte sein Gummigeschoss in Richtung Vereinskneipe. Da der Folgewurf des gegnerischen Teams danach ganze 3 Meter davor liegen blieb, hatte der leidenschaftliche Sunnyboy, der in seiner Freizeit sehr gerne alten Damen über die Autobahnen hilft, es tatsächlich geschafft, die Führung zurückzuerlangen. Gummi ging mit einem Unentschieden von -0:0,147 aus dem Wettkampf. Viel Luft nach oben war da nicht mehr.

Nach diesem 7-0-Erfolg (rechnerisch 6,058-0) festigten die Roten Tabellenplatz 2 hinter dem Tabellenfüher aus Schirum-Ostersander, der am kommenden Sonntag zum Spitzenkampf an der Holzlooger Straße erwartet wird. Spätestens dann entscheidet sich, ob die Roten den Kampf um die Meisterschaft noch einmal spannend machen können, da der Tabellenführer im Falle einer Niederlage nur noch einen Negativpunkt weniger auf dem Punktekonto hätte. Gleichzeitig darf Westerende die immer stärker aufkommenden Moordorfer nicht aus den Augen verlieren, die sich allmählich auf Platz 3 geschoben haben und Lütje Holt eine Woche später zum nächsten Spitzenkampf erwarten. Durch die extremen Straßen- und Sichtverhältnisse ist die Tabelle leider aktuell etwas schief, sodass das Team aus Bernuthsfeld aktuell auf dem 5. Platz rangiert, jedoch einen Kampf weniger und nur einen Verlustpunkt mehr als die Roten aufweist.

Lütje Holt wird alles dafür tun, so lange wie möglich im Titelkampf mitzumischen, erst recht bei einer Serie von zuletzt zehn Spielen ohne Niederlage und 5 Siegen in Folge. Das steht schon einmal fest.

Nach dem Wettkampf weigerten sich die Pfalzdorfer, entgegen der Tradition, ein paar Worte zur Auseinandersetzung zu verlieren.

Dies passierte sogar, obwohl Jens Ufken ungefähr fünfmal lauthals und in schlechtgenuscheltem Platt  ein nettes "Wulln ji noch wat segen?"  in Richtung Gegner brüllte; seine Einladung blieb ungehört.

Kurzerhand entschied man sich dazu, die Ansprache durch Oberbrüllmeister Ragnar Hoffmann direkt vor der Vereinskneipe durchzuführen und damit eine ansprechende und gut hörbare Duftnote im Auricher Osten zu hinterlassen.

-ju- (Informationen aus Gummi: Steffen Lengert)


Heimkampf gegen Ludwigsdorf II, 14.1.18

Wahre Emotionen nach einem tollen Wettkampf: Sven Frerichs (rechts) herzt Ragnar Hoffmann, Simon Hanssen ist dagegen eher der Typ "Stiller Genießer". Ihm reicht es, kurz die Siegesfaust zu ballen.

15.1.2018

 

Im zweiten Wettkampf des Jahres hatte Lütje Holt den nunmehr 4. Heimkampf in Serie vor der Brust und wollte die Serie von zuletzt acht Partien ohne Niederlage bei zuletzt 3 Siegen in Folge ausbauen.  Erfreulicherweise hatte das Team für dieses Unterfangen einen großen Berg an Spielermaterial zur Verfügung: In Holz gingen Jungtischler Christian Smid, Simon Hanssen, Jens Ufken und Sven Frerichs an den Start und wurden von Ingo "Harvey" Weber und Nachwuchswerfer Thilo Adomat frenetisch unterstützt. Beide sollten überdies später noch zum Einsatz kommen. Die Gummigurken traten in der Formation Dirk Tunder, Ragnar Hoffmann, Matthias "Lotti" Lottmann und Steffen "El Capitano" Lengert an. Hendrik Bents, der am Samstag frische 24 Jahre alt geworden war und Steffens Bruder Jan akkompagnierten ihr Team die gesamte Partie über und gaben ebenfalls schreiend ihr Bestes, um die Freunde der roten Kugel nach vorn zu peitschen.

Hendrik Bents (werfend) hatte seinen 24. Ehrentag scheinbar ein wenig zu stark gefeiert. Der sonst in der Starting-4 gesetzte Werfer schaffte das Kunststück, 100% seiner Probewürfe nach wenigen Metern oben raus zu jagen und man entschied sich deswegen vorsichtshalber, ihn für die Partie gegen Pfalzdorf zu "schonen".

Ragnar Hoffmann, Dirk Tunder und Christian Smid (von links) beobachten die Szene.

Das Wetter war so gut wie schon in der Vorwoche und die Westerender Boßelbuben waren heiß auf den Fight gegen die Nachbarn aus Ludwigsdorf. Man wusste bereits vorher, dass es sich bei dem gestrigen Gegner keinesfalls um Laufkundschaft handeln würde, hatten die Grüngekleideten doch bereits vier Partien nicht verloren und im Zuge dieser Serie die starken Teams aus Moordorf und Dietrichsfeld daheim geschlagen. Sie waren also auch indirekt für den tabellarischen Aufstieg der Roten verantwortlich. Ergo wusste jeder, dass Obacht gefordert war und so konzentriert ging man auch in den Wettkampf.

Christian Smid, der besonders in den letzten Heimpartien immer seinen Anwurf ausgezeichnet auf den Asphalt setzte, legte wie gewohnt mit der Kunststoffkugel los und landete auf Höhe der Einfahrt nach der berüchtigten Birke. Ein toller Anwurf, der auch gleich die Führung einbrachte, da Ludwigsdorfs Nummer 1 die Kugel viel zu tief ließ.

Christian "Smiddi" Smid warf gestern teilweise wie im Rausch. Hier markiert er das 5-1 auf Höhe von Stine Uden. Ingo "Harvey" Weber weiß um die enorme Wurfkraft des Ausnahmetischlers und passionierten Brennholzverleihers und zeigt ihm deswegen möglichst tief an.

Der Start war also gelungen. Simon Hanssen, der hobbymäßig Überraschungs-Ei-Figuren sammelt und in seinen knapp 22 Lebensjahren bereits auf eine stattliche Anzahl von 7 Exemplaren gekommen ist, konnte nun die volle Führung werfen, da der zweite Versuch der Gäste nur knapp an der Kugel des Heimteams vorbeiging. Der junge Freund des gepflegten Boßelsports, der schon ein ums andere Mal nach erfolgreichen Würfen durch den ostfriesischen Spruch "So ward boßelt" positiv aufgefallen ist, zeigte sich jedoch übermotiviert und jagte die Kugel einmal total unansehnlich quer über die Straße.

Die Ludwigsdorfer taten es ihm nach und so hatte Jens Ufken, der seinen maroden Körper seit Wochen nur noch mit Stromstößen, Thermotangas und Schmerzsalben zusammenhält, die Chance, das 1:0 zu erzielen respektive die Führung weiter auszubauen. Da er die Arie der "Aussteiger" beenden wollte, setzte er seinen Wurf etwas zu tief, die Kugel hielt sich rund 100 Meter auf der Straße und platzierte Sven Frerichs etwa 170 Meter vor dem Rechtsknick. Dies war sicherlich kein schöner Wurf, aber zumindest hatte Westerende die Führung wieder ein kleines Stückchen ausbauen können.

Der 25-Jährige hatte seit dem Auswärtskampf in Middels berufsbedingt keine Partie mehr bestritten und war im Vorfeld natürlich entsprechend nervös. Christian Smid, Jens Ufken und Dirk Tunder hatten sich, um ihm ein wenig Sicherheit zu geben,  deswegen bereits 15 Minuten vor dem eigentlichen Einwerftermin mit ihm getroffen.

Diese Investition in den Faktor Zeit zahlte sich nun aus. Nachdem Jens Ufken ihm den Tipp gegeben hatte, aufgrund seiner ausgesprochenen Kurbelei ganz unten zu laufen, setzte dieser seinen Wurf mustergültig und landete genau auf Höhe des Rechtsknicks.

Da das Auswärtsteam dort nicht hinkam, stand es plötzlich 1-0 für Lütje Holt. Der zuvor aufgrund der langen Abstinenz naturgemäß sehr unsicher wirkende Bundeswehrsoldat startete somit gleich mit einem Erfolgserlebnis in den Wettkampf. Besser hätte es nicht für ihn laufen können.

Die personifizierte Erleichterung: Sven Frerichs erzielte das 1-0 und konnte sein Glück kaum fassen. Während sein Wurf im Rechtsknick landete (Thilo Adomat steht dort im Hintergrund auf der Straße), suchen die Gäste die eigene Kugel auf Höhe des 50er-Schildes.

Da der 5. Wurf der Grünen deren erster Brauchbarer war, hatte Christian Smid jetzt die Aufgaben, im Rechtsknick stehend auf die lange Gerade zu werfen und dabei die Führung zu behalten. Diese Problemstellungen löste er leider beide nicht zufriedenstellend, sondern wuchtete die Kugel etwas zu tief in Richtung Grasnaht, woraufhin sie sich ihren Weg über das angrenzende Grundstück bahnte und auf diese Art und Weise noch gute 80 Meter auf der glücklichweise sehr breiten und gut ausgebauten Auffahrt zurücklegte. Das war leider gar nichts und so musste Simon Hanssen nun den Ausgleich verhindern.

Auch hier haperte es ein wenig mit der Teamkommunikation, denn der Hobby-Landwirt brachte es fertig, seinen ersten Wurf zu wiederholen und blieb tatsächlich noch vor des Gegners schwarzer Kugel - folglich stand es nun 1-1.

Der Hobbyinvalide und Routinier Jens Ufken hatte also nun die Möglichkeit, die lange Gerade voll zu werfen und eine gute Ausgangspostion für Sven Frerichs zu schaffen. Er setzte seinen Wurf ins obere Viertel der Straße und landete kurz vor dem Rechtsknick in Richtung Kanal. Dies war genau die richtige Antwort der Lütje Holter, denn fluchs war die Führung wieder in den eigenen Reihen.

Die nun anstehenden Aufgaben am Kanal wurden souverän gelöst, auch weil Simon Hanssen dem Rat seiner Kollegen folgte und fortan nur noch mit 3/4-Kraft warf, was ihm wieder die gewohnten Erfolgserlebnisse einbrachte.

Simon Hanssens Wurf brachte die Wende im doppelten Sinne: Nicht nur, weil er  das schwarze Rund aus der letzten Kurve heraus bis ca. 30 Meter hinter die Wende ballerte, sondern auch, weil er damit seinem Team erstmals einen 2-Schöt-Vorsprung einbrachte.

Auf dem Bild sieht man die Kugel im Zwiegespräch mit Ingo "Harvey" Webers Fuß, im Hintergrund erwarten die Teams die Ludwigsdorfer Antwort.

Rückkehrer Sven Frerichs hatte dann die schwierige Aufgabe, nach dem Kanal in Richtung Rechtsknick zu werfen. Er setzte seinen Wurf mustergültig, die Kugel lief aber aufgrund des enormen Rechtsdralls immer weiter in Richtung rechte Grasnaht und verpasste irgendwann den Punkt, bei dem sie sich wieder in Richtung der gegenüberliegenden Straßenseite bewegt, um die Kurve "mitzunehmen". Der Wurf  war sehr ordentlich absolviert worden, endete jedoch genau im Rechtsknick - kein Geschenk für den nachfolgenden Teamkollegen. Doch Christian Smid war dessen Wurfposition plötzlich relativ egal, denn nach einem missglückten Wurf der Gäste stand es plötzlich 2-1 für sein Team.

Die Partie plätscherte im Anschluss ein wenig dahin, Lütje Holt gab die Führung ab und holte diese aber nach der Stine-Uden-Kurve zur Zufriedenheit aller wieder zurück, auch weil Simon Hanssen plötzlich alles traf und richtig Lust am Power-Boßling bekam.

Eben dieser junge Knabe war es dann auch, der in der letzten Kurve stehend, alles aus seinem rechten Wurfarm holte und die schwarze Kugel über die Wende bugsierte. Da der Ludwigsdorfer Werfer seinen Wurf nicht zurückbrachte, klingelte es pünktlich zum Beginn der Rückrunde noch einmal und es stand 3-1 für Westerende. Da man zu diesem Zeitpunkt auf die Westerender Gummifraktion traf, die ebenfalls führte, gab es kurz vor dem Hinter-Theener-Ortsschild Shake-Hands zwischen den Männern in den roten Trainingsanzügen, jedoch ermahnte man sich gegenseitig, konzentriert weiterzuwerfen.

Der Dorfälteste Ingo Weber hält hier freundschaftlich sein Alter-Ego Harvey  (ist im Übrigen 4 Minuten älter als Ingo) im Arm. Beide  Leichtgewichte wurden für den verletzten Humpelfritzen Jens Ufken zwei Runden vor Schluss in die Partie gebracht; gewichtsmäßig war das Team somit wieder auf dem vorherigen Niveau.

Mit diesem Push ging es also auf die Rückreise. Die Werfer Nummer 3 und 4 erledigten auf Seiten Westerendes souverän die Doppelkurve, ehe Christian Smid seinen Paradestand einnehmen durfte.

Wie nahezu all seine Versuche an diesem Sonntag traf das "Fahrtschwein" auch diesen Wurf voll und brachte die Kugel ein gutes Stück auf die nächste Gerade. Da dem Werfer des Auswärtsteams ein wenig die Kraft fehlte, scheiterte dieser an der vorgelegten Weite und so stand es 4-1. Lütje Holts Holzabteilung hatte sich eingegroovt und ging mit dem Selbstbewusstsein der letzten Wochen in die nächsten Kurven.

Es folgten einige sehenswerte und solide Würfe, besonders der extreme stark gefingerte Wurf Sven Frerichs in der Stine Uden-Kurve sollte hier hervorgehoben werden, ehe wiederum Christian Smid, der in seiner Kindheit mal Auricher Meister im Hallenhalma geworden war, seinen großen Auftritt hatte. Kurz vor der Bushaltestelle stehend, knallte er seinen Wurf durch den Rechtsknick und gab dem Wurf noch etwas Daumen mit, sodass dieser sich auf der folgenden Geraden noch ein gutes Stück halten konnte, ehe er oben ausstieg. Die Ludwigsdorfer standen ebenfalls noch vor der leichten Rechtskurve und unterschätzten die Flachheit des oberen Straßenteils. Die Konsequenz war somit, dass deren Kugel die Straße schnell wieder verließ und sogar noch vor dem Wurf der Roten liegen blieb. Da Lütje Holt nach wie vor im Besitz der Führung war, stand es somit also 5-1.

Apropos Führung innehaben: Simon Hanssen war nun an der Reihe und musste ca. 120 Meter bis zur Kugel des Gegners überbrücken. Leider Gottes verfiel er in das Muster, das er bereits zu Beginn des Wettkampfes gezeigt hatte und die Führung war verloren.

Jens Ufken lief nun in aussichtsreicher Position an, einem Stand, von dem er sonst immer routinemäßig in oder durch die folgende Linkskurve wirft, kam mit dem linken Bein beim Abwurf so unglücklich auf, dass ein heftiger Schmerz seinen Körper durchströmte und er die Kugel nur noch mit reichlich Glück gerade aus der Hand und knapp an der Kugel des Gegners vorbei bekam. Dieser Wurf hätte für ihn das entscheidende Signal sein sollen, den Wettkampf zu verlassen.

Der Ehrgeizling teilte jedoch entgegen jeder Vernunft mit, noch den nächsten Wurf probieren zu wollen. Nachdem Sven Frerichs die Kugel perfekt durch den Linksknick gezwirbelt hatte und Christian Smid mit einer Pflichtaufgabe in Richtung Kanal die Führung zurückeroberte, blieb Simon Hanssens Wurf ein wenig zu tief, zog dennoch bis kurz vor die Hälfte auf der Kanalgeraden und der 35-Jährige war nun wieder an der Reihe.

Leider konnte er zu diesem Zeitpunkt nicht einmal mehr richtig anlaufen, sodass sein Wurf die Kopie des vorangegangenen Exemplars wurde und er nun sofort signalisierte, sich endlich auswechseln zu lassen. Einige Teammitglieder hatten zuvor  bereits die Befürchtung geäußert, dass er ansonsten der erste Werfer Lütje Holts werden könnte, der seine Würfe im Rollstuhl sitzend oder an Krücken durchführt. Soweit sollte es also nicht kommen, denn Ingo "Harvey" Weber machte sich startklar und wollte ebenfalls noch am Erfolg der Roten partizipieren. Fortan brüllte der Regional Director der Firma GameStop hingegen laut, oftmals unangebracht und völlig übertrieben umher und genoss den restlichen Verlauf der Begegnung auf eine sehr spezielle Art und Weise.

Jugendarbeit auf Westerendisch: Thilo Adomat kam in der letzten Runde für Christian Smid in die Partie und musste das 6-2 verhindern. Diese Aufgabe löste er mit Bravour und strahlte danach dementsprechend über das ganze Gesicht.

Nach dem Kanal hatte Christian Smid den Stand, den er in fast jedem Heimkampf absolvieren muss. Mit boßlerischer Leichtigkeit donnerte er das Spielgerät sehenswert auf die Gerade nach dem Linksknick. Interessanterweise war er in den letzten Wochen und Monaten ausgerechnet immer wieder an diesem Stand gescheitert; umso erfreulicher, dass er jetzt sogar das 6-1 erzielen konnte, da die Kugel des Auswärtsteams kurz vor der Kurve zum Stillstand kam.

Das Ding war also gegessen. Simon Hanssen erledigte seine Aufgabe mit Bravour, ehe der Vollblutschizophrene Ingo "Harvey" Weber bei seinem Premierenwurf unfassbares Pech hatte, da die von ihm eigentlich perfekt platzierte Kugel in ein Schlagloch geriet, komplett versprang und die Straße oben verließ - eine unglaublich bittere Szene, da dieser Wurf sehr gute Anlagen aufwies.

Der  auf ihn folgende Lütje Holter Schlusswerfer stand nun direkt vor Linksknick, gab seinem Wurf leider ein wenig zu viel Daumen mit und somit auch die Führung ab.

Nun war das Nachwuchspflänzchen namens Thilo Adomat, der am Samstag noch zusammen mit Holzkopp Sven Frerichs bei 4 Grad Wassertemperatur angebadet hatte, an der Reihe, da Christian Smid nach seiner starken Vorstellung bereits am Siegerchampus schlürfte und man dem jungen Wilden eine Chance geben wollte.

Irre Szene beim letzten Holzwurf: Ingo "Harvey" Weber wirft das Ding über die Ziellinie und Mannschaftskapitän und Gummiwerfer Steffen Lengert rennt ihm völlig geistesabwesend hinterher.

Der DLRG-Schwimmer rannte an und setzte die Kugel optimal an den oberen Straßenrand. Die Kugel übertraf den Wurf der Ludwigsdorfer und blieb nach ca. 140 Metern liegen. Ein toller Wurf für den A-Jugendlichen, der sich natürlich zusammen mit dem Rest des Teams sehr über seine Performance freute.

Simon Hanssen wollte dann nochmal zeigen, wie geboßelt wird, legte alles in den vorletzten Wurf des Holzwettkampfes und schaffte es mit seinem Gewaltwurf sogar noch, kurz vor dem Ziel die Führung für Lütje Holt zurückzuerobern.

Da Ingo und Harvey Weber zum Schluss 22 Meter an der Kugel des Gegners vorbeikamen, konnten sich die Roten über einen tollen 5,022:0-Erfolg freuen - ein schöner Wettkampf des Heimteams, das zwar nicht alles optimal traf, aber zusammen als Einheit funktionierte.

Diese vier  Burschen sind ein tolles Quintett. Ragnar Hoffmann, Jens Ufken, Christian Smid und Steffen Lengert (v.l.) könnten in den boßelfreien Sommermonaten locker in Geisterbahnen auf diversen Jahrmärkten arbeiten. Am gestrigen Sonntag war die Freude über den Kantersieg ebenso hoch wie die Zufriedenheit mit dem eigenen vorzüglichen Äußeren.

Die Gummitruppe warf also wieder mit Dirk Tunder an, der im Übrigen den aktuellen deutschen Rekord im Sonnenbrilledauertragen hält und seine Sache in der letzten Woche vorzüglich machte. Für gestern hatte er sich ein ganz besonderes Bonbon ausgedacht: Der beim Einwerfen noch so sicher agierende Sohn des Männer II-Kapitäns, lederte seinen Wurf einmal quer über die Holzlooger Straße und schaffte dann noch das Kunststück, damit die Führung zu holen, da die Ludwigsdorfer seinen Wurfstil kopierten.

Beide Teams starteten also etwas nervös in den Wettkampf, doch schaffte es Lütje Holt irgendwie immer, die Führung zu behalten.

Es ging in Richtung Kanal und die Show der Gummis sollte starten. Dirk Tunder gab an der  langen Geraden vor dem Kanal Vollgas und markierte das 1-0. Ragnar Hoffmann ließ sich davon anstecken und donnerte Schöt Nummer 2 gleich hinterher.

Dieses 2-0 brachte Sicherheit und die schwierige Kurve vor dem Kanal wurde sicher umschifft.

Wenn sie rennen, dann läuft es für Gummi: Hendrik Bents (vorne) wird von Ragnar Hoffmann (in schwarz) und Matthias Lottmann verfolgt als er einem tollen Wurf Dirk Tunders nacheilt. Im Übrigen war dies das 9-2 für Lütje Holt.

Dirk Tunder erwischte einen Glanztag und zeigte dies wenig später an der Kanalgeraden. Er zimmerte die Kugel sehenswert in Richtung Schlusskurve. Der Gegner blieb mit seinem Versuch davor und so konnte bereits das 3-0 bejubelt werden.

Die Vorentscheidung in diesem Fight? Mitnichten.

Lütje Holt gönnte sich nach der Stine Uden-Kurve ein paar Unkonzentriertheiten und kassierte folgerichtig kurz vor der Schlusskurve das 1-3.

Glücklichweise gelang es jedoch den glänzend aufgelegten Hausherren, den Heimvorteil in der S-Kurve auszuspielen, sodass die Führung postwendend zurückerobert werden konnte.

Nachdem bereits Simon Hanssen aus gleicher Position die schwarze Kugel, wie oben beschrieben, über die Wende geknallt hatte, tat es ihm der Westerender Kapitän Steffen Lengert ca. 10 Minuten später nach und erzielte unter dem Jubel der gesamten Lütje Holter Mannschaft das 4-1 für seine Farben.

 

Isst seit knapp zwei Monaten nur noch Hähnchen und Reis, um für sein Team fit zu sein. Leider guckt er deswegen etwas schlechtgelaunt, aber wer kann ihm das verübeln? Steffen Lengert hat seine Schulterprobleme überstanden und zeigte eine solide Leistung gegen Ludwigsdorf.

Es folgte wieder eine angenehme Schaffenspause, die bis zum Lärchenweg hielt und jedem neutralen Zuschauer die Gelegenheit zum Durschnaufen gab. Dirk Tunder meinte dann plötzlich, die Lethargie durchbrechen zu müssen und schob die Gummikugel sehenswert in Richtung Linkskurve. Sein Wurf machte einiges an Metern und brachte vor allem eines: Das 5-1 und somit die Vorentscheidung.

Der Kampfeswillen der Gäste war gebrochen und nun ballerte es bis zum Ende der Partie nochmal ordentlich.

Mit dem Folgewurf auf der Geraden vor dem Kanal erzielte Ragnar Hoffmann dann das 6-1 und Freizeitpostbote Matthias Lottmann dann einen Wurf später am Kanal sogar das 7-1. 3 Schöts mit 3 Würfen - das soll man erst einmal nachmachen.

Da man den Spielstand der Holzgruppe kannte, keimte in den Köpfen der Gummigurken nun die leise Hoffnung auf einen zweistelligen Heimsieg. Dieses besondere Erlebnis hatten die Roten zuletzt am 7. Februar 2016 im Heimkampf gegen Langefeld II gehabt, als man mit 12,129:0 reüssierte.

Aber noch war der Wettkampf nicht durch und dem leichten Anfall von Hochmut folgte auch gleich die Quittung: Nach schwächeren Wurfdurchführungen von Steffen Lengert und Dirk Tunder musste das Heimteam das 7-2 schlucken.

Alle erwarten Ragnar Hoffmanns Schlusswurf. Dirk Tunder markiert mit seiner Flasche die Position, wo die Kugel lang soll. Der Origami-Fan warf  jedoch besser als  es sein Teamkamerad anzeigte.

Auf der langen Geraden in Richtung Schlusslinksknick konnte das Team wiederum die Führung zurückerobern, ehe "El Capitano" seinen Wurf durch die schwache Linkskurve jagte und damit den alten Abstand von sechs Schöts wiederherstellen konnte.

Die nun herbeirennenden Holzburschen feierten dieses 8-2 ausgelassen mit ihren Kollegen der Gummigruppen, bedeutete dies doch einen sicheren zweistelligen Sieg, so kurz vor dem Ende der Auseinandersetzung.

Doch Dirk Tunders Gier nach Schöts war noch immer nicht aufgebraucht: Direkt im Anschluss setzte er seinen Wurf schön mit Kraft über die Mitte. Die Kugel rollte und rollte und war letztlich wieder einmal für die tapferen Ludwigsdorfer nicht zu erreichen. Ein roter Pulk brüllte und feierte zusammen das 9-2. Es herrschte Festtagsstimmung an der Holzlooger Straße.

Ragnar Hoffmann hatte nun die Ehre, den Wettkampf zu beschließen und die Meteranzahl in der Endabrechnung zu definieren. Er traf seinen Wurf perfekt, die Kugel lief lange am oberen Straßenrand, fiel ab und bekam auf der anderen Seite ebenfalls noch ein wenig Kante zu spüren. Da der Wurf der Ludwigsdorfer aber recht ordentlich gewesen war, hätte er ca. 240 Meter überbrücken müssen, um das 13:0 zu markieren. Es wurde dann nochmals extremst spannend, weil keiner der Anwesenden der Kugel so schnell hatte folgen können, um die erreichte Weite mitzuteilen. Am Ende fehlten genau 5 Meter für Schöt Nummer 13. Die Gummigruppe obsiegte mit 7,123:0 - ein tolles Ergebnis.

 

Ragnar Hoffmann in seinem Element: Er entschuldigte sich mit einem Augenzwinkern  ausdrücklich nicht bei den Gegnern für die Feierlaune seiner Burschen und bölkte das 12,145:0 Westerendes lauthals durch die Gaststätte Germann, sodass es noch in Riepe und Umgebung zu hören war. Immerhin stellte das Ergebnis den höchsten Heimsieg seit dem 8.3.2015 dar, als man Victorbur II mit 17-0 nach Hause schickte. Viele der heute aktiven Männer I-Werfer waren zum damaligen Zeitpunkt vermutlich noch nicht einmal geboren.

Ingo "Havey" Weber, Steffen Lengert, Jan Lengert, Matthias Lottmann, Thilo Adomat und Dirk Tunder (v.l.) lauschten aufmerksam respektive checkten die Ergebnisse der Konkurrenz.

Da die Wettbewerber aus Bernuthsfeld (Niederlage in Georgsfeld) und Dietrichsfeld (Unentschieden gegen Ostersander) munter Federn ließen, belegen die Lütje Holter nun tatsächlich Tabellenplatz Nummer 2 mit 45-17 Schöts und 16-8 Punkten, drei Punkte hinter dem designierten Meister aus Schirum-Ostersander, der in zwei Wochen in Westerende gastieren wird. Wie eng die aktuelle Saison ist, zeigt die Tatsache, dass Langefeld auf Platz 6 nur zwei Verlustpunkte mehr aufweist als die Roten.

Es ist also alles noch drin für die Westerender. Beim Anhalten der Siegesserie Platz 1 bis 3 oder ein Abrutschen auf Rang 6 oder 7.

Am nächsten Wochenende folgt die Auswärtskampf gegen den Tabellensiebten aus Pfalzdorf, der allerdings noch eine Partie weniger absolviert habt und nur einen Verlustpunkt schlechter dasteht.

Die Jungs wollen dann unbedingt Rache nehmen für die unglückliche Hinspielniederlage, als das ersatzgeschwächte Westerende die bisher einzige Heimniederlage der Saison hinnehmen musste.

Pfalzdorf ist so etwas wie die Wundertüte der Liga: Siegen in Dietrichsfeld und Ludwigsdorf steht eine Heimniederlage gegen Langefeld und eine hohe Niederlage in Moordorf  gegenüber. Die Tagesform wird also entscheiden, ob Lütje Holt die zehnte Partie in Serie ohne Niederlage bleiben wird.

Abschließend bleibt aber folgendes zu konstatieren: Die Meisterschaft ist nach wie vorher offen und Lütje Holt hat Blut geleckt.

Glückseligkeit: Harvey Weber und Simon Hanssen (v.l.) feiern bei Germann den Sieg Arm in Arm. Klar erkennbar ist auch die rechte Armschiene bei Harvey, der  aktuell an einer leichten Kapselverletzung laboriert.

-ju- (Informationen für Gummi: Ragnar Hoffmann)


Heimkampf gegen Langefeld, 7.1.18

M II-Werfer Hartmut Smid half im Kampf gegen Langefeld in Holz aus, weil man bereits im Vorfeld mit erheblicher Gegenwehr der Gäste gerechnet hatte. Im Laufe des Wettkampfes stellte sich dies als goldrichtige Entscheidung heraus, da er zum einen  kurz vor Schluss die Wende einläutete und zum anderen mit seiner Wurfkraft  und -genauigkeit in kniffligen Situationen adäquat auf Langefelder Vorlagen zu kontern wusste.

8.1.2018

 

Am Sonntag empfingen die Lütje Holter also den Tabellennachbarn aus Langefeld. Im Kampf des Fünft- gegen den Viertplatzierten ging es für das Heimteam darum, den Anschluss an die Tabellenspitze zu halten, hatte der Tabellenzweite aus Bernuthsfeld doch tatsächlich am Vormittag eine 0:1-Schlappe vorgelegt, wodurch Rang 2 bei einem Sieg der Roten nur noch einen Punkt entfernt gewesen wäre. Langefeld wäre im Falle eines Sieges sogar an dem letzten Heimspielgegner Westerendes vorbeigezogen.

Alle Beteiligten wussten also um die Brisanz dieser Partie und sie sollte sich zu einem reinen Nervenkrimi entwickeln, auch wenn dem neutralen Betrachter bei einem Endergebnis von 7:0  letztlich ein komplett anderer Verlauf der Begegnung vermittelt werden könnte.

Erwarb sich gestern den Beinamen "Kantenschmieter": Routinier Michael Thölen nahm auf Seiten der Langefelder gerade auf der Hintour jede Matsch- oder Frostkante mit und verzichtete überdies nicht darauf, auch den ein oder anderen Baum günstig zu treffen.

In Holz begaben sich Christian und Hartmut Smid, Simon Hanssen und Jens Ufken auf die gut sechs Kilometer lange Hin- und Rückreise gen Hinter-Theene. Ingo "Harvey" Weber war erfreulicherweise auch wieder an Bord, kam aber aufgrund des engen Wettkampfverlaufs nicht zum Einsatz. Der seit Wochen unter starken Rückenschmerzen leidende Jens Ufken hatte im Vorfeld erklärt, bei günstigem Stand frühzeitig aus der Partie zu gehen, jedoch sollte er dieses Versprechen nicht halten können.

Christian Smid hatte zuletzt zwei Zuckeranwürfe in den Heimkämpfen gebracht, mit dem ihm jeweils gleich das 1:0 gelungen war. Umso spannender war es also, ob er den Hattrick schaffen sollte. Sein Wurf war solide und rund 170 Meter weit, wurde aber von einem schier abartigen Anwurf des Gegners in die Bedeutungslosigkeit pulverisiert. Der Langefelder Werfer schaffte es tatsächlich, seine Kugel 290 Meter weit in Richtung Neu-Barstede zu feuern. Dabei schien es förmlich, als liefe die Kugel am oberen Rand der Strecke wie auf Schienen - ein unfassbarer Wurf, der aber gleich aufzeigte, auf was für einen Gegner Lütje Holt heute treffen würde.

Die Spielerfrauen Venja Lowack und Lena Mudder (v.l.) mussten wieder als Maskottchen herhalten und erledigten ihre Aufgabe mit Bravour.

Hartmut Smid hatte also nun die Aufgabe, die Diskrepanz zwischen den Anwürfen auszugleichen und zeitgleich noch eine recht ansprechende Ausgangslage für Simon Hanssen zu schaffen. Er traf seinen Wurf zwar nicht optimal, jedoch zog dieser ordentlich an der Mittellinie an der gegnerischen Kunststoffkugel vorbei. Nachdem Langefeld erneut einen netten Wurf in den Asphalt gebrannt hatte, war es nun Simon Hanssens Aufgabe, den frühen 0:1-Rückstand zu verhindern. Er legte in seiner gewohnt energischen Art alles in seinen Versuch, doch leider ging dieser ein wenig zu weit nach oben und verließ die Straße am oberen Rand; einige Meter vor des Gegners Kugel, sodass es zum ersten Mal für die Blauen klingelte.

Jens Ufken, der sich vor kurzem mit einem Volleyballschlägervertrieb nebenberuflich erfolglos selbstständig gemacht hat, hatte nun den Blick auf den Rechtsknick, setzte seinen Wurf aber ebenfalls ein wenig zu hoch, konnte aber zumindest die Führung erobern, da es ihm sein Gegner nachtat.  Christian Smid stand jetzt bereits kurz nach dem Rechtsknick und hatte die Herausforderung, einen erneut starken Wurf des Gegners zu überbieten. Leider blieb sein Versuch ein wenig zu tief und die gerade gewonnene Führung war passé.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

M V-Werfer Dieter Martens ließ sich von der Intensität des Matches anstecken und fungierte ab Stine Uden als Informationsübermittler zwischen den beiden Gruppen. Auf seinem Rad ging es für ihn entlang der Holzlooger Straße hin und her. Gegen Ende wurde sein Gesichtsausdruck immer strahender.

Da die Langefelder das Kunststück fertigbrachten, mit ihrem fünften Wurf am Kanal angelangt zu sein, sah sich Simon Hanssen nun der Aufgabenstellung gegenüber, bis in die Kanalkurve werfen zu müssen, um den zweiten Gegenschöt zu verhindern. Er stand dabei noch leicht ungünstig vor dem Rechtsknick und wusste bereits vorher, dass diese Aufgabe nicht die leichteste werden würde. Leider Gottes hatte er aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit und der Feiertagspause seit vier Wochen keinen Wettkampf mitmachen können und in diesem Moment merkte man ihm die fehlende Praxis an: Er setzte die Kugel zwar mittig, gab dem Wurf aber zuviel Finger mit, sodass die schwarze Kugel noch vor der Kurve im Graben verschwand und es 0:2 stand.

0:2 nach nicht einmal zwei Runden - das hatten die Westerender lange nicht mehr erleben müssen. Neben der eigenen, eher durchschnittlichen Leistung, lag es aber vor allem daran, dass die Gäste in dieser frühen Phase nahezu alles trafen und wie ein Heimteam agierten. Überdies fand der Gegner Kanten, wo keine mehr zu erwarten gewesen waren, sodass so mancher anfangs eher für normal gehaltene Wurf plötzlich zu einem Totläufer wurde.

Bei so manchem Westerender setzte ein abruptes Erschlaffen der Nacken- und Schultermuskulatur ein und die Köpfe hingen gerade noch so über dem Asphaltniveau.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vizekapitän Ragnar Hoffmann packt Vollzeitgroßmaul und Kassenwart Jens Ufken (l.) am Schlafittchen, natürlich nur freundschaftlich und vor Erleichterung nach einem nervenaufreibenden Kampf.

Leider blieb der bereits ordentlich demotivierten Truppe an diesem Tage nichts erspart. Als Jens Ufkens Versuch nach dem Kanal bereits kurz hinter der Bushaltestelle im Gras krepierte, hatte Christian Smid die schwere Aufgabe, die Kugel durch den Scheitelpunkt der folgenden Rechtskurve zu drücken, um dann noch rund 80 Meter zur gegnerischen Kugel zu überbrücken. Dem jungen Tischler, der am Wochenende oft im Brennholzverleih seiner Eltern aushilft, gelang an diesem Tag leider auch nicht alles und so setzte er seinen Versuch zu tief, das Runde landete im Wasserloch und es stand 0:3. Dieser Schöt ging aber ganz klar auf die Kappe vom Kassenwart, da er zu viel riskiert und  seinen Teamkollegen schlecht gestellt hatte.

Hartmut Smid erledigte seine Aufgabe dann tadellos, ehe Simon Hanssen dann versuchen musste, die Kugel von der Geraden in die S-Kurve zu befördern. Zu diesem Zeitpunkt hatte er leider noch nicht in den Wettkampf gefunden und so blieb sein Unterfangen sogar noch vor der Linkskurve liegen. Da der Gegner bis in die Rechtskurve hinter Stine Uden geworfen hatte, stand Jens Ufken jetzt vor der undankbaren Aufgabe, die Kugel des Gegners aus seiner bescheidenen Position heraus zu erreichen.

Das 0:4 lag in der Luft, was zu diesem frühen Zeitpunkt sicherlich der endgültige Genickbruch für die Holztruppe gewesen wäre. Der oftmals überehrgeizig agierende Mittdreißiger entschied sich entgegen seines Naturells dafür, mit halber Fahrt zu werfen, traf den Bordstein bei der Bushaltestelle in einem perfekten Winkel und so überbrückte die Kugel tatsächlich die gesamte S-Kurve - nochmal Glück gehabt und dem Knockout entgangen.

Es war definitiv nicht Simon Hanssens  bester Saisonwettkampf nach der langen Pause. Doch am Ende, als es darauf ankam, drehte er auf und zeigte, aus welchem Holz er geschnitzt ist. Im Hintergrund diskutieren Ragnar Hoffmann und Ingo "Harvey" Weber die Partie.

Da diesem Versuch aufgrund eines Meters leider die Führung als Lohn verwehrt blieb, erhöhte sich die Moral im Team nach wie vor nicht wirksam. Christian Smid ließ seinen Wurf zu tief, sein Verwandter Hartmut lieferte gut ab, Simon Hanssen traf die Straße erneut nicht so, wie er wollte und Jens Ufken kam auf die glorreiche Idee, die Kurve vor der roten Hütte trüllend zu durchqueren. Der Hochmut kommt oft vor dem Fall und so kam, was kommen musste: Sein Wurf blieb vor der Kurve und die durch Hartmut Smid ergaunerte Führung war wieder futsch. Mit Ach und Krach rettete sich das Team mit einem 0:3 über die Wende. Es hätte auch angesichts der bestens aufgelegten Langefelder schon deutlich negativer für das Heimteam stehen können. Irgendwie schaffte man es dann doch aber noch, die erforderlichen Weiten zu erzielen, mehrfach mogelte man sich dabei nur um wenige Meter an der gegnerischen Kugel vorbei.

Die Rücktour wurde dann auf Augenhöhe geführt. Zum einen kamen die Westerender besser in den Wettkampf, zum anderen verließ die Gäste aber auch ein wenig Fortunas Gunst, sodass man sogar eher auf Seiten der Gastgeber die ein oder andere Kante für sich nutzen konnte. Lütje Holt warf gute Weiten, doch kam es immer wieder zu unerklärlichen Fehlversuchen, die die gute Arbeit zunichte machten.

Auf der Kanalgeraden folgte dann sogar der Fast-Genickbruch für die Holzköppe: Christian Smids Wurf stieß sich an der Mittellinie und blieb zu kurz. Langefeld konnte das 4:0 bejubeln. Einen Kilometer vor Schluss.

 

Die entscheidene Szenerie des Wettkampfs: Hartmut Smids Wurf landete auf Höhe des Fotografen. Langefeld  suchte zum Zeitpunkt der Aufnahme noch das eigene Wurfgerät. Hier ist der schwere Wurfwinkel klar erkennbar.

Was sollte jetzt noch kommen? Die Moral des Heimteams war am Boden, durch WhatsApp-Kontakt mit dem Gummiteam wusste man, dass zu diesem Zeitpunkt auch der Gesamtsieg in Gefahr war, führte dieses doch nur mit 2:0.

Es kam Hartmut Smid.

Auf der Mitte der Kanalgeraden stehend, legte er alles in seinen Wurf und schaffte es sogar, die Kurve zu nehmen und noch einige Meter auf die nachfolgende Gerade zu kommen. Langefeld zeigte Nerven: Erst blieb das Team vor der der scharfen Rechtskurve und dann ging es darum, aus dem absolut ungünstigen Winkel zur Kugel der Roten zu kommen. Tatsächlich visierte der gegnerische Werfer die Steinmauer hinter der Kurve an und traf diese auch noch so günstig, dass die Kugel einige Meter weiter rollte. Aber Fortuna hatte wohl genug Blau an diesem Tag gesehen und so schlug die Waage zur Seite der Westerender aus: Es fehlten genau zwei Meter und so stand es 1:4. Zeitgleich erzielte Gummi das 3:0 - Ausgleich für Lütje Holt in der Gesamtwertung. WhatsApp hatte der Truppe neues Leben eingehaucht, denn was jetzt kam, war für die Geschichtsbücher.

Simon Hanssen hatte nach diesem Tag scheinbar enorme Wut im Bauch und packte diese in seinen Wurf, der sich daraufhin über ca. 350 Meter in Richtung Ziel bewegte. Langefeld blieb dahinter und es stand plötzlich nur noch 2:4. Jens Ufken sah sich dann wiederum einem guten Versuch seines Kontrahenten gegenüber, der es kurz hinter die finale Linkskurve geschafft hatte. Er behielt die Nerven und brachte seinen Wurf einen Meter an der gegnerischen Kugel vorbei. Christian Smid hatte plötzlich nochmal Bock und legte alles in seinen letzten Wurf und traf die Straße voll. Da Langefeld jetzt völlig die Nerven verlor und die Flachheit des Zielstücks unterschätzte, schickte der Werfer die Kugel einmal quer über die Straße und das 3:4 konnte verbucht werden. Nur noch Meter hinten.  An diesem Tag hätte keiner der Anwesenden mehr damit gerechnet.
Derjenige, der die Wende in Gang gesetzte hatte, durfte den Wettkampf beschließen. Auch er traf seinen Wurf voll und so begab es sich, dass Lütje Holt es  mit 4 Würfen vom Kanalende ins Ziel geschafft hatte. Langefeld stand am Ende mit fast leeren Händen da, nur 56 Meter waren ihnen nach dieser sicheren Führung geblieben. Die abgekämpften Westerender lagen sich freudetrunken in den Armen und konnten ihr Glück nicht fassen, hatten sie diese bereits in Stein gemeißelte Niederlage doch nochmal abwenden können. Mit den guten Nachrichten im Gepäck ging es ab zur Gummigruppe, auf die man kurz vor der letzten Linkskurve stieß.

Ausgelassene Stimmung im Team, als Holz auf Gummi trifft. Jens Ufken, Dirk Tunder und Steffen Lengert (l.) freuen sich über die tolle Teamleistung.

Die Gummigurken waren in der Formation Dirk Tunder, Ragnar Hoffmann sowie Jan und Steffen Lengert auf die Straße gegangen, Matthias Lottmann begleitete die Starting -4 und kam für den Schlusswurf in die Begegnung, als der Vizekapitän sich auswechseln ließ.

Der Gummiwettkampf begann mit einem wahren "Tunderstruck", als der sonnenbrillenbestückte Dirk Tunder, der seit langem mal wieder in der Rolle des Anwerfers in den Wettkampf ging, die rote Kugel sehr ordentliche 230 Meter über die Straße jagte und gleich die Führung ergaunerte, da der auch recht ordentliche Versuch des Gästeteams ein wenig zu früh abfiel.

Alle Werfer kamen gut in den Kampf und so war es bereits Werfer Nummer 3 vergönnt, namentlich Jan Lengert, das 1:0 nach einem sicherplatzierten Wurf zu erzielen.

Steffen Lengert stand vor dem 4. Wurf des Wettkampfes bereits kurz vor dem Rechtsknick und legte die Kugel fachgerecht auf die lange Gerade. Es ging sehr ordentlich weiter, sodass man letztlich bereits mit Wurf Nummer 7 am Kanal lag.

 

Gestern auf der ungewohnten Startposition 2, aber dennoch mit einer tollen Leistung: Ragnar Hoffmann. Und toll aus sieht er auch noch.

Jan Lengert war es wiederum, der sich das 2:0 gönnte, als er nach der Kanalgeraden einen sehenswerten Wurf auf die Straße drapierte.

Lütje Holt zeigte sich an diesem Tag sehr nervenstark. Gab ein Werfer die Führung ab, holte der nächste Teamkollege diese zumeist postwendend zurück, so beispielsweise in der Stine-Uden-S-Kurve als Steffen den Lapsus seines Bruders ausbesserte.

Die Serie hielt bis zur S-Kurve vor der Wende. Ein in blau gekleideter Werfer hatte das Kunststück fertig gebracht, die komplette Kurve zu überbrücken, Ragnar Hoffmann und Jan Lengert schafften es nicht dorthin und plötzlich stand es nur noch 2-1 aus Sicht der Heimmannschaft. Kapitän Steffen Lengert behielt jedoch die Nerven und warf aus der Schlusskurve über die Wende und holte damit wieder zumindest die Führung zurück.

Was nun auf der Rücktour folgen sollte, war Boßelsport vom Feinsten. Lütje Holt warf wie aus einem Guss, der Kapitän der Langefelder zollte den teilweise grandiosen Weiten der Heimmannschaft im Anschluss bei Germann im Rahmen seiner Rede deshalb auch den allerhöchsten Respekt.

 

Jan Lengert erwischte einen Sahnetag. 3 Schöts in diesem Wettkampf waren die logische und schöne Konsequenz.

Steffen Lengert war es wiederum, der seinen Wurf beim Ukena-Haus knapp unten durch die Kurve drückte, sodass das Spielgerät sich im Anschluss bis an den oberen Straßenrand zog und auf diese Art und Weise etliche Meter überbrückte und das 3:1 zur Folge hatte.

Im Gegensatz zu vergangenen Wettkämpfen, wo Lütje Holts Gummiabteilung gerne mal für einen Einbruch nach aussichtsreicher Leistung zu haben war, warfen die vier Boßelgladiatoren unerschrocken weiter und markierten in der Folgezeit durch Ragnar Hoffmann das 4:1, durch Steffen Lengert das 5:1, durch Dirk Tunder das 6:1 sowie im Anschluss durch Ragnar Hoffmann wiederum das 7:1. Vier Schöts zwischen Stine Uden und dem Kanalende. Dieses Teilstück der Holzlooger Straße wird kein Langefelder Werfer gut in Erinnerung behalten.

Doch dies sollte noch nicht das Ende sein: Als die Holztruppe eintrudelte, setzte Jan Lengert gerade zu seinem letzten Wurf an und siehe da: Es klingelte ein letztes Mal in diesem Kampf. Hattrick, wenn auch nicht lupenrein für den jüngeren Bruder des Mannschafsführers, der Stammwerfer Hendrik Bents an diesem Tag mehr als beachtlich vertrat.

8:1 nach einem knappen 2:1 zur Wende - kann man gerne mal machen, kommt aber vermutlich nicht jeden Sonntag vor.

Teamspirit par excellence: Hier rennt die komplette Westerender Mannschaft dem 8:1-Wurf Jan Lengerts nach.

Die Stimmung war vollkommen exstatisch auf Seiten der Lokalmatadoren, jeder Werfer lag sich abwechselnd mit jedem Mitglied des Teams in den Armen. Alle genossen das, was da gerade vor ihren Augen passierte, in vollen Zügen.

Die Konsequenz: 200 Meter vor dem Ziel war die Konzentration bei beiden Teams nicht mehr vorhanden. Während die Gäste alle ihre Versuche zu tief ließen, überkam Steffen "El Capitano" Lengert, Dirk Tunder und dem eingewechselten Matthias "Lotti" Lottmann der absolute Übermut, was dazu führte, dass drei Würfe in Folge quer über die Straße gebombt wurde - ohne jedoch die Führung abzugeben.

Der Kampf gegen die starken Langefelder war entschieden und diese drei Würfe interessierten nun wirklich keinen mehr.

Steffen Lengert resümierte nach dem Kampf, dass keiner seiner Gummikollegen heute schwächelte, sondern allesamt eine Sahneleistung ablieferten. Somit rettete die Gummigruppe den Gesamtsieg mittels ihrer enormen Schötgier; beim Kampf gegen Bernuthsfeld war die Situation noch komplett konträr. "Dies zeichnet unser Team momentan aus: Hat der eine Part mal einen schwächeren Tag, sieht sich der andere Tat dazu verpflichtet, den Gesamtsieg dingfest zu machen.", philosophierte er sichtlich zufrieden und fix und fertig nach dem 7,037:0 seiner Gummikugelbande. Ferner hob er die Aufholjagd der Holzer ebenfalls nochmal hervor.

Dieser Blick sagt alles: Matthias Lottmann macht sich bereit für den letzten Wurf des Wettkampfes. Entgegen den Befürchtungen seiner Teamkollegen entschied er sich allerdings dafür, ohne Handschuhe zu werfen. In der Jugendzeit hatte er es tatsächlich mal fertig gebracht, seine Fäustlinge(!) anzubehalten.

Den krönenden Abschluss dieses herrlichen Wintertages bildete dann Ragnar Hoffmanns Rede im Vereinsheim, der sich bei einem fairen Gegner bedankte und den Wettkampf zum Leidwesen Langefelds in epischer Länge und Breite rekapitulierte.

Im Anschluss wurde die Gaststätte Germann in gewohnter Art und Weise in Grund und Boden gebrüllt, auch für die Brüllleistung der total entfesselt agierenden Heimkämpfer gab es vom Langefelder Kapitän Anerkennung.

Nach den beiden Heimsiegen gegen den Tabellenzweiten aus Bernuthsfeld und dem 6,131:0 gegen den bislang Viertplatzierten aus Langefeld, beißt sich  Lütje Holt nun in der oberen Tabellenhälfte fest. 32:17 Schöts bei 14:8 Punkten und eine Serie von 8 Spielen ohne Niederlage sind Aspekte, auf die die Jungs mit Fug und Recht stolz sein dürfen. Zudem ist der Rückstand auf Rang 2 auf gerade einmal einen Punkt zusammengeschmolzen, auch, weil in dieser Liga scheinbar jeder jeden schlagen kann.

Nun folgt am kommenden Sonntag der Rückkampf gegen die unberechenbaren Ludwigsdorfer, die zuletzt 4 Siege in Folge einfahren konnten. Steffen Lengert und seine Herzbuben werden zumindest alles daran setzen, die gute Heimbilanz von 9:3 Punkten weiter auszubauen und  sich für das unglückliche Remis vom ersten Spieltag zu revanchieren.

 

-ju- (Informationen zur Gummigruppe: Steffen Lengert)

 

Anmerkung: Leider bestand die Notwendigkeit, eine weitere Seite für die Spielberichte der Männer I einzurichten. Zu den älteren Varianten gelangt man via Druck auf den unteren Button.